Bewerbung 2.0 – nur die Richtigen kommen weiter

Elektronischer Einstellungstest

Kategorie:
eRecruiting

Siegerprojekt:
Neuer elektronischer Einstellungstest
für Auszubildende und dual
Studierende auf iPads

Sieger:
M.I.T e-Solutions GmbH
Fresenius SE & Co. KGaA

 

Drei Stunden konzentriert einen papiergebundenen Einstellungstest bearbeiten – für die Bewerberinnen und Bewerber, die es in die engere Auswahl bei Fresenius  geschafft haben, ist das Vergangenheit. Durch einen elektronischen Einstellungstest auf dem iPad ist es dem Ausbildungsteam von Fresenius zusammen mit M.I.T e-Solutions GmbH gelungen, die neuesten technischen Möglichkeiten attraktiv und zeiteffizient auf das Bewerbungsverfahren anzuwenden, neue inhaltliche Anforderungen zielgruppengerecht umzusetzen und den Arbeitgeber noch attraktiver für neue Mitarbeiter zu machen.

„Sie haben ein 8l Gefäß voller Wasser und ein jeweils leeres 3l Glas und 5l Glas zur Verfügung. Am Schluss sollen zwei Gefäße mit 4l Wasser gefüllt sein. Was tun Sie?“ Solche und andere Aufgaben bringen einen ganz schön ins Grübeln, auch wenn das ganze Szenario durch die einfache Handhabung des iPads und der graphischen Darstellung eher wie ein Denkspiel statt wie ein knallharter Bewerbungstest wirkt. Auch für marktführende Unternehmen ist es mittlerweile wichtig, für die nachfolgende Generation potenzieller Mitarbeiter attraktiv und „up to date“ zu erscheinen. Der neue elektronische Einstellungstest auf dem iPad ist dabei eine gute Möglichkeit, das Image aufzuwerten und junge Schulabgänger für die angebotenen Ausbildungsberufe und dualen Studienplätze zu begeistern.

Über Nachwuchssorgen kann Fresenius allerdings nicht klagen. Für 2013 sind allein an den Standorten Bad Homburg und Friedberg über 3.300 Bewerbungen für Ausbildungsplätze und duale Studiengänge eingegangen, wovon 900 Bewerberinnen und Bewerber den neuen elektronischen Einstellungstest absolvierten. Mit Einführung des Tests wurde der Fokus der Inhalte neu strukturiert: „Basiskompetenzen statt einstudiertes Schulwissen“, lautet das Leitmotiv, was den zeitlichen Bearbeitungsaufwand deutlich von drei Stunden auf 80 Minuten verringerte. Die Aufgaben zeichnen sich durch eine hohe Interaktivität aus und tragen dem veränderten Umgang der Zielgruppe mit neuen technischen Medien Rechnung. Neben den üblichen Unterlagen zur Bewerbung und dem persönlichen Eindruck durch das Vorstellungsgespräch ist der Test ein weiterer relevanter Informationsbaustein zur Einstellungsentscheidung.

Angewandte Methoden

      • Web Based Training (WBT)
      • Mobile Learning

        Lernbedarfe

        Einem Unternehmen stellen sich im Bewerberprozess immer die gleichen Fragen: Welche Schlüsselkompetenzen möchte ich zusätzlich zu den Noten und was muss der Bewerber und die Bewerberin mitbringen, um ins Unternehmen zu passen. Bei Fresenius ist das schnell beantwortet: Basiskompetenzen wie Konzentrationsfähigkeit, Denkgeschwindigkeit, mathematisches Verständnis, schlussfolgerndes Denken sowie verbal-logische und numerisch-logische Fähigkeiten sind gefragt. Schulische Leistungen sind zur Vorauswahl anhand der Zeugnisnoten wichtig, im Test selber sollen aber die Potenziale im Hinblick auf zukünftige Mitarbeiter gemessen werden. Dazu wurde der Test modular aufgebaut: Es gibt einen Basistest, der für alle Ausbildungsberufe gleich ist und der  durch berufsgruppenspezifische Inhalte ergänzt wird. Dabei wird zwischen vier Berufsgruppen unterschieden: kaufmännische, naturwissenschaftliche, gewerblich-technische und IT-Ausbildungsberufe. Zudem wurden bei den eingesetzten Testskalen die Schulabschlüsse der Bewerber und Bewerberinnen (Hauptschule, Mittlere Reife, Fachhochschulreife und Allgemeine Hochschulreife) berücksichtigt. Aus den Rückmeldungen, die die Bewerber gegeben haben, lässt sich eine hohe Akzeptanz des neuen elektronischen Einstellungstests ablesen. Er ist einfach anzuwenden, und die Zielgruppe hatte keine Probleme mit der Bedienung des iPads, die zu Beginn jedes Tests mit einer 15-minütigen Einführungssequenz erklärt wird. Konkrete Nutzungshinweise sowie die Testergebnisse fließen in die regelmäßige Weiterentwicklung des Projekts mit ein. So wurde der Einstellungstest nach dem Abschluss des Auswahlverfahrens für das Ausbildungsjahr 2013 anhand der vorangegangen Ergebnisse und auf Basis einer Item-Analyse nachnormiert.

        Projektergebnis

        Im Endergebnis haben sich alle zu Beginn des Projekts skizzierten Ziele umsetzen lassen. Der Einstellungstest hat Vor- und Nachbereitung wesentlich vereinfacht und bietet eine enorme Zeitersparnis im Gegensatz zum früheren Papierformat. Auch die Teilnehmer  bewerteten den neuen elektronischen Test sehr positiv und begrüßen besonders das iPad als genutztes Medium stark. Die grafische Testauswertung ist übersichtlich gestaltet und liegt unmittelbar nach Beendigung des Tests vor. Der Einstellungstest wird nicht in Form eines Gesamtergebnisses ausgewertet. Jede einzelne Testskala wird mit dem erzielten Prozentrang des Bewerbers im Vergleich zu einer Normgruppe (Bewerber mit gleichen Schulabschlüssen) detailliert ausgewertet.  Durch die im Auswahlverfahren genutzte E-Recruiting-Software lassen sich ohne Medienbruch die Bewerberdaten und das Testergebnis zusammenführen. Dies bedeutet konkret für die Ausbildungsabteilung, dass die Entscheidung, welche Bewerberin bzw. welcher Bewerber zum Vorstellungsgespräch eingeladen wird, schnell getroffen und so das Auswahlverfahren deutlich beschleunigt werden kann, bevor sich die Bewerber eventuell für ein anderes Unternehmen entscheiden. Zukünftig können alle anderen Fresenius-Ausbildungsstandorte auf das elektronische Testverfahren umsteigen. Die gekauften iPads lassen sich in der betriebsinternen Ausbildung und für einen Berufsorientierungstest für Schüler weiter einsetzen.

        Fazit

        Als eines der ersten Unternehmen in Deutschland wird der Einstellungstest für Bewerberinnen und Bewerber für Ausbildungsplätze und duale Studiengänge auf iPads durchgeführt. Die inhaltlichen Anforderungen an einen neuen, elektronischen Einstellungstest gemäß dem Leitmotiv „Basiskompetenzen statt einstudiertes Schulwissen“ konnten auf einem mobilen Endgerät schnell und zielgruppengerecht umgesetzt werden. Die Testdurchführung und –auswertung ist besonders effizient. Die positiven Erfahrungen mit dem Einstellungstest auf iPads steigert die Attraktivität des Arbeitsgebers im härter werdenden Wettbewerb um gute und für die Berufsausbildung geeignete Schulabgänger.


        Text: Anja Noske

         

        Vorgaben & Besonderheiten

        Vorgaben:
        Erklärtes Ziel war es, den papierbasierten Einstellungstest durch ein elektronisches Testverfahren abzulösen. Gründe dafür waren die inhaltliche Anpassung des Einstellungstests an neue Anforderungen und der zu erwartende Imagegewinn durch Nutzung von bekannten elektronischen Medien (iPad). Der Test konnte gegenüber der papierbasierten Version durch inhaltliche und strukturell vollständige Überarbeitung von drei Stunden auf 80 Minuten gekürzt werden.

        Besonderheiten:

        Der Test soll eine hohe Interaktivität aufweisen, neueste technische Möglichkeiten nutzen  und  eine möglichst hohe Vorhersagekraft für den Ausbildungserfolg der Bewerber und Bewerberinnen erzielen. Der gleichzeitige hohe Nutzen bei geringen Kosten und Aufwand für die Testvorbereitung, -durchführung und -korrektur ist ein wesentlicher Unterschied zur papiergebundenen Ausgabe.

        Projektpartner

        M.I.T e-Solutions GmbH

        Patrick Perlik
        Projektleiter

        M.I.T e-Solutions GmbH
        Am Zollstock 1
        61381 Friedrichsdorf

        p.perlik(at)mit.de
        www.mit.de

        Fresenius SE & Co. KGaA

        Jürgen Muthig
        Leiter Berufsausbildung

        Fresenius SE & Co. KGaA
        Corporate Human Resources
        Ausbildung, Gremienbetreuung & Projekte
        Else-Kröner-Straße 1
        61352 Bad Homburg

        juergen.muthig(at)fresenius.com
        www.karriere.fresenius.de/

         


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