Zeitersparnis für Ärzte dank Blended Learning

Neue Maßnahmen sind praktisch und effektiv

Kategorie:
Computer Based Training

Siegerprojekt:
Blended Learning-Maßnahme:
„Hygienebeauftragter Arzt/Ärztin“

Sieger:
Provadis, Partner für Bildung und
Beratung GmbH und Kuratorium für
Dialyse und Nierentransplantation e.V.

 

Weiterbildungsmaßnahmen sind in fast allen Branchen eine Notwendigkeit, da macht auch der Arztberuf keine Ausnahme. Beim KfH Kuratorium für Dialyse und Nierentransplantation e.V. hat man umgedacht und daher die Bemühungen intensiviert, mit einem neuen Blended Learning-Ansatz die Abwesenheit der Ärzte durch Fortbildungen signifikant zu verringern: zum Wohle des Patienten.

Nachdem man beim KfH im Bereich Fortbildung bisher nur Präsenzveranstaltungen durchgeführt hat, ist man mit Projektpartner Provadis übereingekommen, dass eine Blended Learning-Maßnahme, bei der einige Weiterbildungsteile weiterhin in der Präsenz vor Ort absolviert werden müssen, eine optimale Umsetzung des Projekts gewährleistet.

Zu Beginn bot ein zweitägiges Präsenzseminar eine Einführung in das Thema, zusätzlich gewannen die Teilnehmer einen Einblick in die eLearning-Einheiten. Insgesamt wurden drei Schulungsdurchläufe im Rahmen des Projekts durchgeführt, die durch das Fachreferat Hygiene, durch das KfH-Bildungszentrum und Provadis weiter optimiert wurden. Die bedeutendste Innovation des Projekts ist dabei der Umstieg auf das Medium eLearning, konkret: der Blended Learning-Ansatz in Kombination mit der neuen Zielgruppe Ärzte. Das KfH stellte den Content durch eigene Experten zusammen, während die didaktische Beratung und Hilfestellung bei der Umsetzung sowie das Hosting der Plattform auf einem externen Server durch Provadis erfolgte.

Lernbedarfe

Die Schulungsmaßnahme richtet sich explizit an etwa 200 Nephrologen, also Ärzte, die sich auf Nierenerkrankungen spezialisiert haben. Ein Teil der Lernziele wird dabei durch die Bundesärztekammer vorgegeben, die Inhalte des Curriculums sind speziell auf diese Zielgruppe zugeschnitten. Im Mittelpunkt steht das Bestreben, nachhaltig die Befähigung der Beteiligten sicherzustellen, die Aufgabe des Hygienebeauftragten zu übernehmen. Außerdem soll den Teilnehmern ein sichererer Umgang sowohl mit Behörden und Ämtern als auch bei der Erstellung und Pflege von Dokumentationen nähergebracht werden.


Eine Qualifikationsanalyse der Zielgruppe ist dabei nicht vonnöten, da die Teilnehmer angesichts ihrer akademischen Berufsausbildung bereits über eine sehr hohe Grundqualifikation verfügen. Zudem besteht eine gesetzliche Fortbildungsverpflichtung (Continuing Medical Education, kurz CME). Da es so gut wie keine Unterschiede im hohen Qualifikationsniveau der Beteiligten gibt, ist die Zielgruppe sehr homogen. Der Anspruch an die Schulungsqualität ist damit aber ebenso hoch.

Projektverlauf

Die zum Einsatz kommenden Lernmethoden beinhalten Präsenzvorträge, Diskussionen, Vertiefungsmodule, spielerische Lösungen und eLearnings mit Lernerfolgskontrolle. Daneben sollen Vertiefungsphasen mit Testsequenzen die Nachhaltigkeit des Lernerfolgs sicherstellen. Zusätzlich sind Updateschulungen und Nachschulungen zu ausgewählten Themen geplant. Außerdem erhöhen spielerische Anwendungen wie bspw. ein Quiz die Wiederholungsrate der Aufgaben und tragen so zum Lernerfolg bei. Die Aktualität der Themen wird dabei durch Experten aus dem KfH-Umfeld sowie externe Referenten und eLearning-Autoren gewährleistet. Die grundsätzliche Akzeptanz durch die Lerner wurde über verschiedene Wege ermittelt. Dazu gehören die Präsenzphasen-Evaluation, eine Feedback-Evaluation der einzelnen eLearning-Sequenzen, ein Hotline-Angebot, E-Mail-Feedbacks sowie die direkte Rückmeldung während der Präsenzphasen durch die Teilnehmer. Von Projektpartner Provadis wurde das KfH dahingehend unterstützt, dass neben einer durchgängig geschalteten Hotline ein Projektleiter/-verantwortlicher jederzeit persönlich ansprechbar war. Außerdem wurden Einführungsseminare zur Technologieschulung veranstaltet.

Projektergebnis

Die Bearbeitung nach eigenem Lerntempo bzw. -rhythmus und mit unbegrenzten Wiederholungsmöglichkeiten führt zur Erhöhung des nachhaltigen Lernerfolgs. Die Auswertung der Ergebnisse wird durch die eingesetzte eLearning-Plattform „FIT2“ erheblich erleichtert. Diese bietet eine umfassende Statistikfunktion, mit der man jede Teilnahme und jede gestellte Frage gezielt sichtbar machen kann. Somit lassen sich die Resultate nicht nur repräsentativ, sondern auch teilnehmerbezogen auswerten. Perspektivisch lässt sich der Blended Learning-Ansatz nach erfolgreicher Durchführung beim Ärztepersonal zukünftig auch auf die neue Zielgruppe Pflegepersonal ausweiten. Hierbei sind die aktuell geschulten Ärzte als Multiplikatoren sehr wertvoll, da ihre positiven Fortbildungs-Erfahrungen im Hinblick auf die Schulungen der eigenen Mitarbeiter eine wichtige Motivationshilfe darstellen. Zudem erhöht die flexible Einteilung der Lernzeiten die Akzeptanz hinsichtlich kommender Nachschulungsthemen. Die guten Erfahrungen mit den ersten Lerngruppen bestärken das KfH zudem darin, künftig auch eine externe Vermarktung solcher Blended Learning-Seminare in Betracht zu ziehen.

Fazit

Dr. Sandra Bruns vom KfH zieht in Anbetracht der guten Kooperation mit der Provadis GmbH ein durchweg positives Resümee: „Die Zusammenarbeit der Projektpartner mit ihren unterschiedlichen, hochspezialisierten Schwerpunkten hat zu einem idealen Synergieeffekt geführt. Mit der Technologie und dem didaktischen Know-how der Provadis und den Experten und Spezialisten des KfH im medizinischen Bereich ist ein Blended Learning-Seminar entstanden, das auf Anhieb die volle Akzeptanz der sehr anspruchsvollen Zielgruppe Ärzte erzielen konnte.“ Ein weiterer, sehr positiver Aspekt ist zudem die durch die neuen Blended Learning-Maßnahmen eingesparte Schulungs-Präsenzzeit, die in vollem Umfang den Patienten zugutekommt. Dr. Bruns: „Der behandelnde Arzt kann sich nun intensiver um seine Patienten kümmern und die Lernzeiten der Schulungen in die Randzeiten des Arbeitstages legen.“


Text: Alexander Moritz

Angewandte Methoden

    • Blended Learning
    • Computer Based Training (CBT)
    • Game Based Learning
    • Learning Communities
       

      Vorgaben & Besonderheiten

      Vorgaben:
      Nach Inkrafttreten der neuen Länder-Hygieneverordnungen ist es in den meisten Bundesländern notwendig, einen „Hygienebeauftragten Arzt/Ärztin“ zu bestellen. Dieser muss eine Fortbildung nach dem Curriculum der Bundesärztekammer im Umfang von 40 Unterrichtsstunden absolvieren.

      Besonderheiten:

      Schulungen waren bisher ausschließlich Präsenzveranstaltungen und somit mit einem großen Reiseaufwand verbunden. Durch den neuen Blended Learning-Ansatz konnte die Präsenzphase auf zwei Tage reduziert und somit eine beträchtliche Zahl zusätzlicher Anwesenheitstage gewonnen werden.

      Projektpartner

      Provadis

      Lars Walter
      Projektleiter E-Learning

      Provadis, Partner für Bildung
      und Beratung GmbH
      Industriepark Höchst
      Gebäude B 845
      65926 Frankfurt am Main

      lars.walter(at)provadis.de
      www.provadis.de

      Kuratorium für Dialyse und Niertransplantation e.V.

      Frau Dr. med. S. Bruns
      Fachbereichsleiterin Medizin

      Kuratorium für Dialyse und Nierentransplantation e.V.
      Fachbereich Medizin
      Martin-Behaim-Straße 20
      63263 Neu-Isenburg

      sandra.bruns(at)kfh-dialyse.de
      www.kfh-dialyse.de


      Matthias Schiebl
      Leiter Bildungszentrum

      Kuratorium für Dialyse und Nieren-
      transplantation e.V.
      KfH-Bildungszentrum
      Martin-Behaim-Straße 20
      63263 Neu-Isenburg

      matthias.schiebl(at)kfh-dialyse.de

      www.kfh-bildungszentrum.de

       


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