Mit OpenOLAT zum Meister

Blended Learning für ambitionierte Gärtner

Kategorie:
Open Source

Siegerprojekt:
OpenOLAT in der
Gärtnermeisterausbildung

Sieger:
frentix GmbH und
Staatliche Lehr- und Versuchs-
anstalt für Gartenbau Heidelberg

 

Die Staatliche Lehr- und Versuchsanstalt für Gartenbau Heidelberg hat zusammen mit Projektpartner frentix ein Konzept erstellt, das es Teilnehmern ermöglicht, die Weiterbildungsmaßnahme in der Gärtnermeisterausbildung bereits in einem Drittel der eigentlich dafür vorgesehenen Zeit abzuschließen. Die Antwort: Lernen in Eigenregie.

Im Rahmen des Projekts „Erprobung und Implementation eines Lernkonzepts mit neuen Medien“ hat die LVG zusammen mit Projektpartner frentix eine Blended Learning-Lösung entwickelt. Die bis dato existierende Schülerhomepage, die als Ablage für Unterrichtsmaterialien und Lernanwendungen gedient hat, wurde durch das Learning Management System „OpenOLAT“ abgelöst.

Durch die Vielzahl der darin enthaltenen kollaborativen Werkzeuge und Erweiterungsmöglichkeiten konnten viele didaktische Konzepte der Gärtnermeisterausbildung in ein sehr flexibles Lern-Arrangement überführt werden.

Lernbedarfe

Im Mittelpunkt steht der eigenständige Wissenserwerb der Lerner, der mittels eines Blended-Learning-Konzepts gefördert werden soll. Die Hauptzielgruppe sind Gärtner in der Weiterbildung zum Gärtnermeister. In der klassischen Form ist dieser Kurs als zwölfmonatige Präsenzveranstaltung konzipiert worden, im Kurzzeitklassen-Konzept kann die Präsenzzeit unter Einbeziehung neuer Medien allerdings auf vier Monate verringert werden. Der Rest der Inhaltsvermittlung erfolgt räumlich und zeitlich flexibel mithilfe von OpenOLAT. Die Teilnehmer dieses Projekts sind daher zumeist Gärtner mit einer hohen Motivation, die sich beruflich weiterentwickeln wollen. Darüber hinaus besteht parallel zum Kurzzeitklassen-Konzept auch weiterhin die „klassische“ Weiterbildungs-Variante.

Projektverlauf

Der gerade im EDV-Bereich sehr heterogene Wissensstand der Teilnehmer wird innerhalb der Meisterausbildung auf ein einheitliches Niveau gebracht. Die erste Selbstlernphase wird mithilfe einer dreitägigen Einführungsveranstaltung eingeleitet, in der den Teilnehmern alle notwendigen Bestandteile von OpenOLAT nähergebracht werden. Außerdem werden sie intensiv in der Bedienung der integrierten Lernanwendungen geschult. Während die im Umgang mit Technik ungeübten Lerner innerhalb des LMS durch Grundlagen-Tutorials und -Videos hilfreiche Unterstützung erhalten, können technisch versiertere Teilnehmer diese Einführungen – dem zeitflexiblen Konzept entsprechend – einfach überspringen und sich direkt den Ausbildungsinhalten widmen.

 

Die Weiterbildungsmaßnahme startet unter tutorieller Betreuung in OpenOLAT mit den ersten Aufgaben, die Unterrichtsunterlagen stehen dabei durchstrukturiert in Kursordnern bereit. Neben der Komplettierung der Lernprogramme sollen die Teilnehmer projektgebunden auch eigene Lerninhalte erstellen (z. B. in Wikis). Dabei stehen sie in Chats, Diskussionsforen und Sitzungen im virtuellen Klassenzimmer sowie über E-Mail in ständigem Kontakt zu den Tutoren. Fragen oder Schwierigkeiten können auf diese Weise umgehend aus dem Weg geräumt werden. Während der anschließenden Präsenzphase in der LVG Heidelberg wird dann auf das Erlernte Bezug genommen. Auch hier können Fragen gestellt werden. Der Lernerfolg wird durch Selbsttests, die in den integrierten Lernanwendungen zur Verfügung stehen, sichergestellt. Einige der Aufgaben müssen direkt in OpenOLAT bearbeitet und abgelegt werden, sie werden anschließend vom Tutor bewertet.

Projektpartner frentix stand der LVG jederzeit beratend zur Seite. Aufkommende Fragen wurden via Telefon, E-Mail oder Skype rasch beantwortet, dabei konnten neue Ideen zudem schnell in die richtigen, technisch umsetzbaren Bahnen gelenkt werden.

Projektergebnis

Die Rückmeldungen der Lerner fallen aufgrund der Möglichkeit, die Lerngeschwindigkeit selbst bestimmen und damit Beruf, Familie und Weiterbildung in Einklang bringen zu können, äußerst positiv aus. Dieser Eindruck wird auch durch die stark ansteigende Zahl der Anmeldungen für die Weiterbildungsmaßnahme bestätigt. Aus den Feedbacks der einzelnen Jahrgänge können zudem hilfreiche Rückschlüsse auf Verbesserungsmöglichkeiten gezogen werden, die Lerninhalte werden daher jedes Jahr neu aufgebaut.

Aus dem erfolgreichen Projektverlauf ergeben sich zahlreiche neue Perspektiven. So konnten in der Vergangenheit bereits zwei internationale Projekte der LVG Heidelberg erfolgreich mit OpenOLAT durchgeführt werden. Teilnehmer aus den Partnerländern England, Frankreich, Niederlande, Belgien, Schweden, Ungarn und Lettland hatten keine Schwierigkeiten, Daten auszutauschen und die in OpenOLAT integrierten kollaborativen Werkzeuge zu nutzen. Auf gartenbauschule.de sollen in naher Zukunft weitere nationale und internationale Projekte gestartet werden. Zudem eröffnet die Entwicklung einer mobilen Variante von OpenOLAT viele weitere Nutzungsmöglichkeiten. Zu diesem Thema existieren in der Gartenbau-Beratung und der schulischen Anwendung (Gärtnermeisterausbildung, Baumpflege-Kurse, überbetriebliche Ausbildung) bereits einige Projektideen.

Fazit

Holger Strunk von der LVG Heidelberg zeigt sich von der Zusammenarbeit mit der frentix GmbH begeistert: „OpenOLAT ist der zentrale Baustein innerhalb unserer Medienstrategie.“ Das zuverlässige LMS stelle die nötige Infrastruktur bereit, um das entwickelte Blended Learning-Konzept erfolgreich umzusetzen, außerdem sei das Projekt von frentix jederzeit professionell und fachkompetent begleitet worden. Strunk hebt zudem die neu dazugewonnenen, wertvollen Kontakte zur OpenOLAT-Community hervor. Auf jährlich von frentix veranstalteten Treffen (OOtalks) können die Teilnehmer Ideen und Erfahrungsberichte austauschen. Strunk: „Open Source wird hier wirklich vorbildlich umgesetzt.“


Text: Alexander Moritz

Angewandte Methoden

      • Blended Learning
      • Web Based Training (WBT)
      • Game Based Learning
      • Mobile Learning
      • Serious Gaming
      • Videotraining
      • Content Sharing
      • Virtual Classroom
      • Blogs
      • Chats
      • Wikis
      • Foren
         

        Vorgaben & Besonderheiten

        Vorgaben:
        Dieses Modell der Gärtnermeisterausbildung weist eine deutlich verkürzte Präsenzzeit auf. Viele Lerninhalte werden daher in eine Selbstlernphase ausgelagert. Da die Zielgruppe in den meisten Fällen wenig bis gar keine Erfahrung mit EDV-gestütztem Lernen hat, muss das Learning Management System als zentraler Bestandteil dieses Teils der Ausbildung intuitiv bedienbar sein. Außerdem hat man Wert darauf gelegt, dass der Aufruf virtueller Klassenräume ohne doppelte Anmeldung erfolgt und abgespeicherte Bilder bequem und schnell abrufbar sind. Über eine Kurs- und Gruppensteuerung soll die Lernstruktur aus den Präsenzphasen wiedererkennbar sein, dazu besteht in den Lerngruppen die Möglichkeit, miteinander zu kommunizieren und Daten auszutauschen.

        Besonderheiten:

        Durch eine entsprechende Rechtesteuerung werden Lehrenden, Autoren und Administratoren im System Möglichkeiten zur Einflussnahme geboten. Das LMS steht zudem auch in einer mobilen Variante zur Verfügung.

        Projektpartner

        frentix GmbH

        Christian Franck
        Verantwortlicher Marketing & Vertrieb

        frentix GmbH
        Hardturmstr. 76
        CH-8005 Zürich

        christian.franck(at)frentix.com
        www.frentix.com

        LVG Heidelberg

        Holger Strunk
        Information und Kommunikation E-Learning

        Staatliche Lehr- und
        Versuchsanstalt für Gartenbau
        Diebsweg 2
        69123 Heidelberg

        holger.strunk(at)lvg.bwl.de
        www.lvg-heidelberg.de
        www.gartenbauschule.de

         


        SoftDeCC



        Aktuelle Publikation:

        eLearning Journal - 2/2017
        Kaufberater & Markt 2017/2018
        >> Jetzt bestellen eLJ2/2017