eLearning SUMMIT Austria 2014

 

eLearning SUMMIT Tour 2014

Dritte Station im frühsommerlichen Wien

Input zur Studie:
Schöne Aussichten – Status Quo eLearning und Lerntrends 2014

Gastgeber Frank Siepmann hieß alle Gäste herzlich zum eLearning SUMMIT Austria im Schloss auf dem Wilhelminenberg mit einem wunderschönen Ausblick über Wien Willkommen und läutet einen spannenden Tag ein, welcher durch neue, interaktive Formate für Neugierde sorgt. Die zweite Station der Tour 2014 war im April in Hamburg, welche mit 110 Teilnehmern bereits ausgebucht war. In Wien erreichte die Teilnehmerzahl mit 117 Personen Rekordhöhe und damit war der Wilhelminensaal bis zum letzten Platz gefüllt.

Die Redaktion des eLearning Journals führt parallel zur SUMMIT Tour im Jahr 2014 erneut eine umfassende Marktforschungsstudie mit dem Titel „Lernen im Unternehmen – digitale Medien in der betrieblichen Bildung“ durch. Die Studie wird die eLearning SUMMIT Tour begleiten und Norbert Büning stellt die Zwischenergebnisse und die herausragenden Resultate der vorherigen Studie „LMS im betrieblichen Einsatz“ exklusiv auf den Stationen vor.

Eine der wichtigsten Kernaussagen des Vortrags war das steigende Interesse der über 300 studienbeteiligten Unternehmen an eLearning-Maßnahmen mit dem Hauptaugenmerk auf mittelständische Unternehmen. Diese stehen, nach anfänglicher Zurückhaltung bei der Implementierung von eLearning, nun auch zunehmend in den Startlöchern. Gewinnen konnte Norbert Büning diesen Einblick bei der geplanten Budgetentwicklung für eLearning Maßnahmen für die kommenden Jahre, denn über 60% der studienteilnehmenden Unternehmen planen das eLearning-Budget zu erhöhen.


Wake-Up-Call:

Lern-Kultur... Chancen und Potentiale im Alltag

Friedrich-A. Ittner präsentierte im Wake-Up Call das komplexe Thema „Lernkulturen“. Um sich diesem Thema zu nähern, versuchte er zunächst den Begriff Lernkultur zu definieren, da es viele verschiedene Interpretationen gibt. Friedrich-A. Ittner betonte, dass es sich um einen Gestaltungsansatz handelt, der abhängig von Umfeld, Organisation, Zielen und Ideen ist. Der Begriff Lernkultur bezieht sich speziell auf das Themenfeld „Lernen“. Im Kern geht es darum, wie eine Lernkultur durch ihre Lernprozesse geprägt ist.

Hierzu richtete sich Friedrich-A. Ittner mit der Frage ans Publikum, ob es ein allgemeingültiges Lernkonzept gibt. Die Rückmeldungen der Teilnehmer machten deutlich, dass es für nachhaltige Weiterbildungsstrategien von großer Wichtigkeit ist die Kultur und den Kontext im Unternehmen zu erkennen und zu verstehen.

Um erfolgreich neue Maßnahmen einzusetzen und Nachhaltigkeit im Lernprozess zu generieren, spielt also der Kontext, sprich die Lernkultur, eine erhebliche Rolle. Aus diesem Grund ist es besonders wichtig die eigene Lernkultur passgenau zu bestimmen. Bei Einführung einer neuen Weiterbildungsmaßnahme ist es zum Beispiel wichtig zu wissen, welche Zielgruppe angesprochen werden soll. Die Erkenntnisse, die sich aus der Ermittlung der Lernkultur gewinnen lassen, sind sowohl für Präsenz-, eLearning-, als auch Blended Learning-Maßnahmen relevant.


Best Practice-Reports:

Projektberichte aus dem Unternehmensalltag

Ein typischer SUMMIT Tag steht unter dem Zeichen eines praxisrelevanten Erfahrungsaustausches zwischen Projektverantwortlichen. Ein Eckpfeiler dieses Erfahrungsaustausches sind die Best Practice-Reports, die einen Einblick in den Alltag der Aus- und Weiterbildung in deutschsprachigen Unternehmen geben und die deshalb auch auf dem SUMMIT in Wien am Vormittag im Mittelpunkt standen.

Was muss ein Unternehmen beachten, damit eLearning-Maßnahmen wirklich zu einem Erfolg führen? Bei dieser Fragestellung handelt es sich um ein zentrales Problem, schließlich hat eLearning in einem Unternehmen nur dann eine Chance, wenn den Kosten auch ein entsprechender Erfolg gegenüber steht. Genau an diesem Punkt setzte der Best Practice-Report von Hans-Peter Maas von der Endress+Hauser Messtechnik GmbH an. Die Endress+Hauser GmbH kann auf eine jahrelange Erfahrung mit zahlreichen Erfolgen aber auch Misserfolgen beim Rollout von eLearning Maßnahmen zurückgreifen. Daraus abgeleitet stellte Herr Maas Erfolgsfaktoren vor, welche die nachhaltige Einführung von eLearning-Maßnahmen unterstützen.

In den nachfolgenden Beiträgen konnten SUMMIT-Teilnehmer diese Erfolgsfaktoren direkt mit den eLearning-Konzepten der Engel Austria GmbH, der Raiffeisenlandesbank Oberösterreich AG und der Accor Académie Germany vergleichen, bei denen der Einsatz von eLearning in der betrieblichen Weiterbildung nicht mehr wegzudenken ist.

 

Best Practice-Reports


Speed Geeking

Innovations-Input für zukünftige Projekte

7 Vorträge von 7 Referenten in nur einer Stunde. Das neue Format des Speed Geekings ermöglicht den intensiven Erfahrungsaustausch unter Projektverantwortlichen in Kleingruppen.

Die Geschichte des Speed Geekings ist noch jung, das Konzept stammt aus der amerikanischen IT-Szene. Angelehnt an das Speed Dating ermöglicht das Speed Geeking rasant, viele Informationen auszutauschen. Die Stärke des Verfahrens liegt zum einen in der Komprimierung der Vorträge und der Vielfalt von Themen und zum anderen in der Intimität des Dialogs in der Kleinstgruppe. Die Herausforderung besteht darin, in 7 Minuten die Basisidee zu erzählen und möglichst viele Impulse an die Teilnehmer weiterzugeben.

Der eLearning-Experte Herr Dr. Lindner hat bereits Erfahrungen mit diesem Format sammeln können, was ihm als Grundlage diente, die Teilnehmer im perfekten Timemanagement durch den Parcours zu leiten. In der Ausgestaltung des Zeitfensters sind die 7 Gastgeber autonom. So kam es, dass Frau Christina Neuhoff von der time4you GmbH ihre Station kurzerhand auf der Terrasse des Wilhelminensaals verlegte. Unter strahlend blauem Himmel mit Blick über einen der zahlreichen Weinberge, begrüßte sie die Kleingruppen zur Fragestellung, wie Kompetenzen im Unternehmen erkannt und Talente gefördert werden können. Die Teilnehmer genossen sichtlich die eher untypische Tagungsatmosphäre und so störte es nicht, dass aufgrund der Sonneneinstrahlung nicht mit einem Laptop gearbeitet werden konnte, sondern analog mit dem Ausdruck des Vortrags, welcher unter den Teilnehmern reihum gereicht wurde.

Die Dynamik, die in den Gruppen entsteht während sie im Uhrzeigersinn die verschiedenen Referenten besuchen und die unterschiedlich gestalteten Vorträge erleben, ermöglicht einen intensiven Erfahrungsaustausch. „Gemeinsame Zeit ist selten geworden und sehr wertvoll. Speed Geeking ermöglicht das Maximum herauszuholen“ warb Dr. Martin Lindner.

Speed Geeking


World Café

Ergebnisoffener Erfahrungsaustausch an
Thementisch

Zur Vorstellung der 10 Thementische kamen die Gastgeber vor der Bühne zusammen, um sich und ihr Thema vorzustellen. An dieser Stelle bat der Moderator Dr. Erwin Bratengeyer die Teilnehmer sich für einen Thementisch und gegen die anderen 9 zu entscheiden. In Wien wurde den Teilnehmern eine große Vielfalt von Themen geboten. Dr. Peter Glanninger vom Bundesministerium für Inneres besprach an Thementisch 3 die bestehenden Strukturen und Elemente von eLearning in Österreich.

An Thementisch 4 lud Detlef Rautmann von der Siemens AG die Teilnehmer zu dem Trendthema Mobile Learning ein. Dort gab es für alle ein Ipad in die Hände, an welchem der Vortrag praxisnah veranschaulicht wurde. An Thementisch 6 gab Rene Brüger von digitaleducation.tv den Teilnehmern einen Einblick darin, wie Video-Training in der betrieblichen Weiterbildung eingesetzt werden kann.

Der Bildungsexperte Dr. Erwin Bratengeyer moderierte das World Café bereits auf den vergangenen SUMMIT Touren und blickt auf eine mehrjährige Erfahrung zurück. Als Österreicher liegt ihm die besondere Kaffeehausatmosphäre im ursprünglichen Sinn besonders am Herzen. Durch Kaffehausgesellschaften wurde Wissen popularisiert und nach diesem Prinzip werden neuzeitige World Cafés als Workshop-Methode verstanden und umgesetzt. Das Worldcafé bietet der SUMMIT Tour die Möglichkeit 10 Veranstaltung in einem Programmpunkt zu vereinen, da an jedem Thementisch ein anderes Thema behandelt wird. „So kann sich kein Teilnehmer im falschen Raum fühlen“, merkt Dr. Erwin Bratengeyer an.

Beim World Café wird zu einer einstündigen Session eingeladen, welche sich in die Vorstellungsrunde und anschließend 2 Durchgängen aufteilt. Durch das Angebot nach 25 Minuten einen anderen Thementisch zu besuchen, haben die Teilnehmer die Möglichkeit ein weiteres Thema aus den verbliebenen zu wählen.

World Café


eLearning Design Thinking

Kleingruppen erarbeiten Handlungsempfehlungen zu Unternehmensbedarfen

Gleich 5 Orientierungsbedarfe wurden auf dem SUMMIT in Wien von der Bühne in den Saal an die Teilnehmer crowdsourced. Ganz konkret war der Orientierungsbedarf bei Claudia Hautzinger von der SICK AG, die gerade vor der Einführung von Online-Tests in einem internationalen Unternehmen steht und sich deshalb fragte, was bei der Einführung von Online-Tests beachtet werden muss. Das Angebot im eLearning-Bereich ist groß und dementsprechend schwer ist es den Überblick zu behalten. Genau deshalb suchte Dr. Peter Glanninger vom Bundesministerium für Inneres (Österreich) eine Antwort auf die Frage, wie bei den vielfältigen Möglichkeiten von eLearning die Orientierung behalten werden kann. In ländlichen Regionen ist es oft schwierig junge Talente zu halten. Um die Wirtschaft bei diesem Vorhaben zu unterstützen, plant die Zukunftsakademie Mostviertel einen Virtuellen Campus. Daraus ergab sich für Frau Rosemarie Pichler die konkrete Frage, welche Vorteile ein solcher Virtueller Campus für die regionale, produzierende Wirtschaft bieten sollte. Das Thema des Wake-Up-Calls wollte Friedrich-A. Ittner nochmal aufnehmen und vertiefen. Nach dem Überblick über das Thema Lernkultur am Vormittag, wurde nun konkret gefragt, wie man die Lernkultur im eigenen Unternehmen ermitteln kann. Als letzter Fragesteller nutzte das eLearning Journal selbst die Möglichkeit einen aktuellen Orientierungsbedarf an die Teilnehmer zu geben, um Eindrücke für die Konzeption des neuen Formats der Tagesworkshops für den Herbst zu gewinnen. Vertreten durch Svenja Hellberg und Mathias Fleig ging es ganz konkret um die Frage, welche Themen eLearning-Projektverantwortliche für ihre eigene Fortbildung benötigen.

Nun waren die SUMMIT-Teilnehmer gefragt. Über den Saal verteilt gab es 5 Arbeitsinseln, die zuvor mit Arbeitsmaterialen und XXL-Moderationstafeln vorbereitet worden waren. Nach kurzer Vorstellrunde begaben sich die Gruppen an die Arbeit. Innerhalb kürzester Zeit füllten sich die Tafeln mit beschriebenen Post-Its und Zeichnungen, um so ein besseres Verständnis von der Fragestellung zu gewinnen. Anschließend visualisierten die Teilnehmer ihre Zielgruppe und versuchten so eine stellvertretende Persona zu erstellen, anhand deren Perspektive die Gruppe Lösungsvorschläge erarbeiten konnte. So entstand beispielsweise der Musterprojektverantwortliche Sam, dessen Weiterbildungsbedarfe als Grundlage für eine Handlungsempfehlung dienen sollte.

Die Idee hinter dem eLearning Design Thinking ist einfach: auf der Bühne wird nicht ein Lösungsansatz präsentiert, sondern es wird eine Frage- oder Problemstellung aufgeworfen, die anschließend an den Saal zur Bearbeitung abgegeben wird.

Tagungen haben oftmals ein typisches Problem: egal wie gut und erfahren die Referenten auf der Bühne auch sind, das meiste Wissen befindet sich in der Regel vor der Bühne unter den Teilnehmern. Mit Crowdsourcing soll dieser Wissens- und Erfahrungsschatz nutzbar gemacht werden und bietet damit die Grundlage für das interaktive eLearning Design Thinking.

Nach etwa einer Stunde begannen unter der Saalmoderation von Inga Wiele und Gastgeber Frank Siepmann die Präsentationen der Lösungsansätze. In jeder Gruppe präsentierten die Moderatoren den restlichen Teilnehmern die Arbeitsergebnisse der Gruppe einschließlich der Gedankengänge, die zu den Ergebnissen geführt hatten. Die kurzen Präsentationen verliefen lebhaft und zeigten, was selbst in so kurzer Zeit mit Schwarmintelligenz erarbeitet werden kann. Nach der Präsentation erzählten die Fragesteller, welche Eindrücke sie von der Arbeit in der Gruppe gewinnen konnten und welche Ideen und Überlegungen sie mit zurück ins Unternehmen nehmen können.

Das volle Potential wird das eLearning Design Thinking in den verschiedenen Tagesworkshops in der zweiten Jahreshälfte entfalten können. In diesen Sonderveranstaltungen werden maximal 35 Teilnehmer einen ganzen Tag die Möglichkeit haben ein aktuelles und praxisrelevantes Thema mit anderen eLearning-Projektverantwortlichen und Bildungsexperten ausführlich zu bearbeiten.

eLearning Design Thinking


BarCamp-FORUM

Teilnehmerbestimmte Unkonferenz-Sessions

Immer wieder konnte man beobachten, wie sich Teilnehmer des SUMMITs in Wien im Verlauf des Tages zu der extra dafür aufgestellten Tafel mit den Vorschlagslisten für das BarCamp-Forum begaben, um dort ihre ganz persönlichen Sessionvorschlag einzutragen. Nach und nach mehrten sich die Themenvorschläge für das BarCamp-Forum zum Abschluss des Programms mit hochaktuellen Gesprächsimpulsen rund um das Leitthema eLearning SUMMIT Tour 2014 „Lernen im Unternehmen“.

Nach dem eLearning Design Thinking war es schließlich soweit. Unter der Leitung von Moderator Karlheinz Pape wurden die gesammelten Themenvorschläge kurz vorgestellt und danach zur Abstimmung gestellt. Anschließend gab es mehrere Sessions die sich über den Raum verteilten. Für jede Session hatten die Teilnehmer der SUMMIT Tour die Möglichkeit aus den vorhandenen Vorschlägen das Thema auszusuchen, dass sie für sich persönlich besonders interessant und relevant finden. In den Sessions verliefen die Diskussionen intensiv und wurden ausschließlich von den Bedarfen der Teilnehmer getrieben.

Das BarCamp-Forum greift das BarCamp-Prinzip der Unkonferenz auf. Bei einer Unkonferenz stehen die Teilnehmer im Vordergrund und sowohl die Themen als auch der eigentliche Inhalt wird von den Teilnehmer selbst bestimmt. Damit basiert das BarCamp-Forum auf einer ähnlichen Philosophie wie das eLearning Design Thinking, wonach das größte Expertenwissen unter den Teilnehmern zu finden ist und man diese Schwarmintelligenz nutzbar machen sollte


Autoren: Enna s. Hellberg und Mathias Fleig

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