Interntionale Konferenz Österreich 2015

Gipfeltreffen auf der wichtigsten Veranstaltung des Jahres für eLearning Professionals aus Österreich

Am 24. Juni 2015 lud das eLearning Journal zur internationalen Konferenz in das idyllische Schloss am Wilhelminenberg in Wien ein. Bei strahlendem Sonnenschein und mit Blick über die Stadt hieß Gastgeber Frank Siepmann alle anwesenden Gäste willkommen. Mit 127 Teilnehmern war der Wilhelminensaal bis zum letzten Platz gefüllt und auch diese Station komplett ausgebucht.

Autorin: Stefanie Fritz

Der praxisnahe Erfahrungsaustausch unter eLearning Professionals stand im Mittelpunkt des Tages. Deshalb waren die Best Practice-Reports wieder ein wichtiger Input für den SUMMIT Tag. In interessanten Vorträgen rund um das Thema "eLearning" berichteten 8 Projektverantwortliche aus unterschiedlichen Branchen über aktuelle Lernszenarien aus ihren Unternehmen und machten somit vorhandene regionale und überregionale Kompetenzen sichtbar.

Max Gissler, Blended Learning Experte der Schweizerischen Post AG, mit Gastgeber und Moderator Frank Siepmann

Was bietet die Online Welt heute?

Mit dieser Frage trat Hans-Peter Maas, Manager Training und eLearning von der Endress+Hauser Messtechnik GmbH & Co. KG auf die Bühne. In einem sehr dynamischen Vortrag beschäftigte er sich mit den Kriterien für die Implementierung von eLearning. Dabei formulierte er ein klares Projektziel: "Wer soll erreicht werden und passt die Methode auch zu der Zielgruppe?" Hier stehen ein gutes didaktisches Konzept, hochwertige Inhalte und die einfache Bedienung  im Vordergrund. Videos, Texte und Bilder müssen die Inhalte für die Lerner attraktiv machen, sodass Spaß am Lernen entsteht. In seinem Schlusswort betonte er ausdrücklich den wichtigsten Aspekt in dem ganzen Prozess: "Die Lernkultur muss stimmen. Lernen muss gewollt und attraktiv sein, muss Erfolge und Anerkennung bringen". Ohne Berücksichtigung dieser Faktoren sei auch das beste eLearning-Konzept wirkungslos.

Neben dem Best Practice-Vortrag von Endress+Hauser folgten noch 7 weitere Beiträge aus denen über aktuelle eLearning-Projekte aus den Unternehmen Swarovski OPTIK, Österreichische Post AG, T-Mobile Austria GmbH, ANDREAS STIHL AG & Co. KG, SPAR Österreichische Warenhandels-AG, IMC GmbH, ovos media GmbH und der Bausparkasse Wüstenrot AG berichtet wurde.

Marbod Lemke, Leitung STIHL Training von der ANDREAS STIHL AG & Co. KG, bei seinem Best Practice- Vortrag über "Hybride Lernwelt STIHL"

Die größte Studie zum Thema "eLearning" im deutschsprachigen Raum

Parallel zu der letzten SUMMIT Tour führte die Redaktion des eLearning Journals eine umfassende Marktforschungsstudie zu dem Thema "Lernen im Unternehmen - digitale Medien in der betrieblichen Bildung" durch.

Bei der Frage welche eLearning-Kompetenzen in den Unternehmen aufgebaut werden sollen, gaben 36,2 % an, didaktische Kompetenzen einführen zu wollen und dies scheint zunehmend gefragter zu sein. Dieses Ergebnis unterstützt nochmals die These von Herrn Maas, dass ein gutes didaktisches Konzept bei der Implementation von eLearning unumgänglich sei.

"Welche Lernbedarfe werden aktuell mit eLearning unterstützt?" Diese Frage wurde mit  IT-Trainings, Produktschulungen und Compliance Trainings mit jeweils über 50% beantwortet. Sie gehören somit zu den Klassikern der eLearning-Branche und zu den verbreitetsten Lernbedarfen. Überraschend ist hingegen der geringe Bedarf an Sprachentraining. Obwohl mit 50,3% etwa die Hälfte der Unternehmen global aufgestellt sind und deshalb mit mehreren Sprachen konfrontiert werden, wird das Sprachlernen mit 27,1% unterstützt.
Die Ergebnisse der Studie, an der sich rund 700 eLearning anwendende Unternehmen und Organisationen aus der DACH-Region beteiligten, wurden in einer anschaulichen Präsentation dem den eLearning Experten präsentiert.

Wie wird mit eLearning gelernt?

Diese Frage zog sich wie ein roter Faden durch die gesamte Veranstaltung. Dabei war es den Teilnehmenden besonders wichtig, ihre Erfahrungen im Umgang mit eLearning untereinander auszutauschen.

Tagungen und Konferenzen haben jedoch oftmals ein typisches Problem: egal wie gut und erfahren die Referenten auf der Bühne auch sind, das meiste Wissen findet sich in der Regel im Publikum unter den Teilnehmenden. Mit Crowdsourcing  soll dieser Erfahrungs- und Wissensschatz nutzbar gemacht werden und bietet damit die Grundlage für die interaktiven und intensiven Diskussionen unter eLearning Professionals.

Genau dies bietet die ideale Plattform für Programmpunkte und Highlights wie das Knowledge Café. Themen wie: "Lernen mit Strategie", "Wissensorganisationen und E-Learning" sowie "Lernen wie ich will: Einsatz neuer Lernmethoden bei T-Mobile Austria", waren vertreten und wurden in lebhaften und praxisnahen Gesprächen diskutiert, um neue Erkenntnisse zu gewinnen.

Interessante Gesprächsimpulse während des Knowledge Cafes

Man hatte nie das Gefühl im falschen Raum zu sitzen

Der Leiter des E-Learning-Centers der Donau Universität Krems Dr. Erwin Bratengeyer moderierte bereits im vergangenen Jahr die Knowledge Cafés auf den verschiedenen SUMMIT Touren und blickt auf eine mehrjährige Erfahrung zurück. "In diesen Kleingruppen finden Präsentationen und Diskussionen parallel in einem Raum statt", so Bratengeyer. "Dadurch dass mehrere Veranstaltungen gleichzeitig in einem Raum gehalten werden, hat man nie das Gefühl im falschen Raum zu sitzen".

Durch Kaffeehausgesellschaften wurde Wissen popularisiert und nach diesem Prinzip werden neuzeitige Knowledge Cafés als eine Workshop-Methode verstanden und umgesetzt. Sowohl der Gastgeber als auch die Teilnehmer profitieren von dem vorhandenen kollektiven Wissen.

Die Dynamik die innerhalb der Gruppen und während der Diskussionen zu erkennen war, bot  den idealen Rahmen für einen intensiven Erfahrungsaustausch über aktuelle Bedarfe und Fragestellungen, erfolgreich eingeführte Projekte sowie Orientierungshilfen für eigene Konzepte.

Das "Speed Geeking" hingegen vermittelte eine ganz neue Atmosphäre im Wilhelminensaal und schaffte überdies hinaus eine Intimität des Dialogs innerhalb der kleinen Gruppen. Dies lag vor allem an der wegen der Kürze notwendigen Verdichtung bei den Vorträgen und der dadurch möglichen Vielfalt von Themen. Die Energie die in den Gruppen entstand, während sie sich durch den Speed Geeking Parcour von Referent zu Referent bewegten, ermöglichte einen gemeinsamen lebendigen Austausch an Wissen und Informationen.

"Während des Knowledge Cafes hatte man nie das Gefühl im falschen Raum zu sitzen"

Ein Highlight folgte dem Anderen

Ein weiterer Höhepunkt war das BarCamp-Forum. Dieser Programmpunkt bildete den Abschluss der Veranstaltung als selbstorganisierter Teil. Immer wieder konnte man beobachten, wie sich die Teilnehmer im Verlauf des Tages an die extra für das BarCamp-Forum aufgestellten Tafeln begaben, um ihre Vorschläge dort anzubringen. Insgesamt 10 Session-Vorschläge sammelten sich - darunter Themen wie: "Online First - Lernen von den Journalisten"  und "eLearning und Arbeitsrecht". Unter der Leitung von Moderator Karlheinz Pape wurden die eingereichten Themenvorschläge anschließend zur Wahl gestellt. "Hier entscheiden ausschließlich die Teilnehmer über das Geschehen", so Pape.

Unter der Leitung von Mag. Andreas Hörfurter, Projektmanager bei common sense - eLearning & training consultants GmbH, wurde intensiv über die "Entwicklung einer Lernkultur" diskutiert. Für seinen Themenvorschlag wurde reges Interesse gezeigt und somit war jeder Platz an seinem Thementisch besetzt.

Die Frage: "Soll eine Lernkultur mit oder ohne eLearning geschaffen werden?" diente als Einstieg und wurde den Teilnehmenden zu Beginn der Session gestellt. Dabei kristallisierte sich heraus , dass es in jedem Unternehmen unterschiedliche Lernkulturen gibt und diese das Lernen fördern sollen. "Jeder kann sich selbstgesteuert entwickeln", so Hörfurter. Das Stichwort sei hier "selbstbestimmtes Lernen".

In unserer Gesellschaft gäbe es jedoch so etwas wie eine "Fehlerkultur". "Wie gehe ich mit Fehlern um?" war daher eine zentrale Frage. "Viele haben Angst davor Fehler zu machen und verstehen das Lernen als etwas, was sie tun müssen, weil sie etwas noch nicht können - davon müssen wir loskommen", so Hörfurter.

Durch Mobile Learning hat sich etwas verändert

An einem anderem Tisch beschäftigte sich Thomas Dinnobl, Senior Learning Designer bei Erste Group Bank AG mit "Mobile Learning". Auch dieser Themenschwerpunkt begeisterte die Teilnehmenden in der zweiten Session und bot den idealen Rahmen für einen praxisnahen Erfahrungsaustausch. "Durch den Einsatz von Mobile Learning hat sich das räumliche und zeitliche verändert", sagt Dinnobl. "Mobile Learning wird eLearning nicht ersetzen können, aber vermutlich ergänzen". Ein wichtiger und zu beachtender Aspekt sei dabei, dass für Mobile Learning neue Inhalte geschaffen werden sollen, sodass eine Art Vertiefung zu anderen Lehrinhalten entstehen kann.

Die Diskussionen an den einzelnen Tischen waren während der gesamten Sessions sehr angeregt und lebhaft. Dies zeigte sich auch, als nach Ablauf der Zeit die Teilnehmenden gerne noch etwas länger in den Gruppen zusammen gesessen hätten und lautes Gelächter zu hören war.

Teilnehmende würden mit 97% die Veranstaltung ihren Mitarbeitern weiterempfehlen

Weitere Diskussionen über die "optimale Gestaltung von Blended Learning" sowie über "effektive Trainingskonzepte" rundeten das Tagesprogramm der eLearning SUMMIT Tour im wunderschönen Schloss Wilhelminenberg ab.

Im Laufe des Konferenztages wurde immer deutlicher: Es gab sehr viel Gesprächsbedarf. Das Informationsbedürfnis der Teilnehmer war groß, es wurde viel zwischen Rednern und Publikum interagiert und auch die Pausen wurden zum größten Teil zum Networken und Knüpfen neuer Kontakte genutzt.

Mit 97% Zustimmung würden die Teilnehmenden des SUMMIT Tages in Wien die Veranstaltung ihren Kollegen weiterempfehlen. Kommentare wie "Weiter so", "Danke" und "gute Moderation" zierten die Evaluationsbögen und bestätigten den Erfolg des hochkarätigen Programms, für das die Tour bekannt ist.

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