Regionalkonferenz Bayern 2015

120 eLearning Professionals identifizieren in München die Herausforderungen beim Einsatz von eLearning

Am 17. Juni 2015 lud das eLearning Journal  zur eLearning SUMMIT Tour in das historische Künstlerhaus nach München ein. Das Leitthema der diesjährigen Tour „eLearning Szenarien im Einsatz“ steht ganz im Zeichen des Erfahrungsaustausches unter eLearning Professionals. Mit 120 Teilnehmern war die Veranstaltung komplett ausgebucht. Dies spiegelte sich auch in den Evaluationsbögen wider - Mit einer Zustimmung von 100% kündigten die Teilnehmenden an, die Veranstaltung ihren Kollegen weiterzuempfehlen.

Autorin: Stefanie Fritz

Projektverantwortliche aus Wirtschaft, Hochschulen und Organisationen beteiligten sich mit interessanten Gesprächsimpulsen und zur Knüpfung neuer Kontakte an der Regionalkonferenz in München. Nicht nur die außergewöhnliche Location war ein Highlight, sondern auch die Themenvielfalt die an diesem Tag geboten wurde, war perfekt zum Austausch neuer Erkenntnisse. Der SUMMIT Tag stand ganz im Zeichen des praxisnahen Erfahrungsaustausches unter eLearning Professionals. Vor diesem Hintergrund waren die Best Practice-Reports wieder ein wichtiger Input für die Agenda des interaktiven Tages.

In interessanten Vorträgen rund um das Thema "eLearning" berichteten 8 praxiserfahrene Projektverantwortliche aus unterschiedlichen Branchen über aktuelle Lernszenarien aus ihrem Unternehmen.

Das Münchener Künstlerhaus war mit 120 Teilnehmern komplett ausgebucht

Wie können Mitarbeiter untereinander vernetzt werden?

Gerd Schumacher, Seniorberater der DB Mobility Logistics-AG eröffnete die Sessions mit seinem Beitrag "Lernen im Arbeitsprozess durch Wissensaustausch- und reflexion anhand des Projektes PRIME". Aufgrund der Arbeit in Bahnhöfen und Zügen hat ein großer Anteil der MitarbeiterInnen keinen direkten Zugang zu einem PC, was den Einsatz von eLearning deutlich erschwert. Mit dem Forschungsprojekt "PRIME" stellen sich die Projektpartner DB Training und RWTH Aachen genau diesem Problem, indem sie für alle betroffenen MitarbeiterInnen eine persönliche Lernumgebung entwickeln und diese zur Verfügung gestellt wird. "Wir möchten den Nutzern eine Plattform bieten, um sich untereinander auszutauschen", so Schumacher. "Es sollen individuelle Informationen auch in Bahnhöfen und Zügen jeder Zeit zur Verfügung gestellt werden". Dadurch kann eine neue Plattform für das Wissens- und Lernmanagement mit mobilen Geräten geschaffen werden.

Gerd Schumacher, Seniorberater und Trainer von der DB Mobility Logistics, während seines Vortrags im Knowledge Cafe

Sven Wilhelm von der HUK-COBURG beschäftigte sich in seinem Vortrag mit der Frage "Arbeiten und (E)-Learning - geht das?"

Die Frage "Wie kann ich E-Learning in den betrieblichen Alltag integrieren?" diente als Einstieg und sollte die eLearning Experten zum Nachdenken anregen.

Während seines Vortrages zeigte er sowohl die Vor- als auch die Nachteile auf, die eLearning mit sich bringt. "Der Vorteil eLearning kann auch schnell zum Nachteil werden", so Wilhelm. Dabei nahm er Bezug zu der räumlichen und zeitlichen Flexibilität. Auf der einen Seite besteht neben der örtlichen auch eine zeitliche Unabhängigkeit. Die Lerngeschwindigkeit kann so individuell geregelt werden. Auf der anderen Seite kann dies schnell zum Nachteil werden, da Lerner eine hohe Selbstdisziplin aufweisen müssen. Sie müssen nicht wie bei einem Seminar direkt vor Ort, aktiv anwesend sein. Auch der direkte Austausch zwischen den Lernenden und dem Dozenten gestaltet sich bei einem reinen eLearning-Angebot schwierig. In seinem Schlusswort wies er ausdrücklich darauf hin, Blended Learning bei der Gestaltung eines erfolgreichen eLearning-Konzeptes zu beachten.

Es folgten 6 weitere Beiträge, in denen über aktuelle eLearning-Projekte aus den Unternehmen SPAR Österreichische Warenhandels-AG, Swiss Life Deutschland Vertriebsservice GmbH, Bankhaus August Lenz & Co. AG, IMC GmbH Österreich, Zentrale der Bundesagentur für Arbeit, Internetlehrer GmbH, Tiba Managementberatung GmbH und RWE Power AG berichtet wurde. Mit ihren vielfältigen Vorträgen machten die Projektverantwortlichen der jeweiligen Unternehmen vorhandene regionale und überregionale Kompetenzen sichtbar.

Blended Learning ist unverzichtbar

Die Ergebnisse der parallel zur eLearning SUMMIT Tour 2014 durchgeführten BENCHMARKING Studie: "Lernen im Unternehmen- digitale Medien in der betrieblichen Bildung" stützen die These  von Sven Wilhelm, dass Blended Learning unbedingt bei der Integration in den betrieblichen Alltag zu beachten sei. Die Frage "Welche Lernmethoden werden für das Lernen in Ihrem Unternehmen in Zukunft eine große Rolle spielen?" wurde mit 73,9% mit Blended Learning beantwortet. Aber auch der Einsatz von  Web Based Training mit 70,7%  und die virtuellen Klassenräume/Webinare mit 57,1% gehören zu den am häufigsten eingesetzten Lernmethoden in den befragten Unternehmen.

Mehr Flexibilität durch eLearning

Eva Peters, Referentin bei der Zentrale der Bundesagentur für Arbeit und Uwe Kohnle, Geschäftsführer der Internetlehrer GmbH, berichteten während des Knowledge Cafés an einem der Thementische über das Projekt "Perspektive Wiedereinstieg Online".

Hierbei geht es um ein Aktionsprogramm, welches seit dem Jahr 2008 in Kooperation des Bundesfamilienministeriums und der Bundesagentur für Arbeit, Männer und Frauen nach einer Familienphase bei der Reintegration in den Beruf unterstützt.


"Perspektive Wiedereinstieg Online bietet Kurse nach einem Blended Learning-Konzept, in dem Präsenzphasen vollständig über gemeinsame Termine im virtuellen Klassenzimmer abgebildet werden", so Peters. "Nach einer langjährigen Pause ist der Wiedereinstieg in den Beruf in der modernen, sich schnell ändernden Arbeitswelt schwierig. Insbesondere der Umgang mit dem PC stellt viele Arbeitnehmer vor Probleme, da sich in diesem Bereich die Arbeitswelt besonders schnell weiterentwickelt". Hier soll der Einsatz von virtuellen Klassenzimmern, mit denen Präsenzphasen abgebildet werden können, helfen. "Dadurch entsteht für die Teilnehmenden nicht nur zeit- und räumliche Flexibilität, sondern auch ein Training für den Umgang mit digitalen Lernmethoden", so Peters weiter.

Hier wird noch einmal deutlich, wie hoch der Stellenwert von Blended Learning bei der Implementierung eines eLearning-Konzeptes ist.

In einer weiteren Arbeitsgruppe befassten sich Jochen Werne, Head of Marketing beim Bankhaus August Lenz & Co AG und Oliver Nussbaum, Geschäftsführer der IMC GmbH Österreich, mit dem Thema: "Disruption - E-Learning in einer sich grundlegend verändernden Branche". Bei dieser Diskussionsrunde wurden spannende Einblicke in die eLearning Projekte des Bankhauses geboten, die dank guter Vorbereitungen in der Einführungsphase, bei den eigenen Mitarbeitern auf positive Resonanz gestoßen sind.

Bedeutet eLearning automatisch Erfolg?

Mit dieser Frage eröffneten Judith Petzold, Key Account Manager New Business und James Richardson, Senior Key Account Manager bei Speexx ihre Station beim Speed Geeking.

Mit einem  Blended Learning-Konzept sollen die Mitarbeiter im Unternehmen jederzeit im eigenen Tempo und flexibel lernen. Unterstützt wird dies von einem Coach, der als persönlicher Ansprechpartner den Lernenden motivierend zur Seite steht. "Positives Feedback von zufriedenen Lernern ist das Ergebnis", so Petzold.

Auch hier spielt Blended Learning wieder eine entscheidende Rolle und zieht sich daher wie ein roter Faden durch die gesamte Veranstaltung. Den Teilnehmenden war es besonders wichtig, ihre Erfahrungen im Umgang mit eLearning untereinander auszutauschen. Programmpunkte wie das Speed Geeking und das Knowledge Café bieten dafür die ideale Plattform und ermöglichen den eLearning Experten einen praxisnahen Erfahrungsaustausch untereinander. In Kleingruppen und an Thementischen kann so über aktuelle Lernszenarien aus ihren Unternehmen diskutiert werden.

Ein weiteres Highlight war das BarCamp-Forum. Dieser Programmpunkt bildete den Abschluss der Veranstaltung. Im Laufe des Tages sammelten sich insgesamt 11 individuelle Session-Vorschläge an der Tafel. Darunter Themen wie: "Lernen im digitalen Wandel", "Erfahrungsaustausch Autorentools", sowie "eLearning für alle - warum gibt es nicht mehr Austausch zu bestehenden Inhalten?"

Das Speed Geeking ermöglichte den Teilnehmenden in Kleingruppen einen praxisrelevanten Erfahrungsaustausch

BarCamp-FORUM:
Selbstbestimmte Gesprächsimpulse

Unter der Leitung von Karlheinz Pape wurde das BarCamp-Forum eröffnet. Im Laufe des SUMMIT Tages konnten die Teilnehmer für diesen Programmpunkt Themenvorschläge an einer extra dafür aufgestellten Tafel eintragen. Nach und nach sammelten sich zahlreiche Gesprächsimpulse rund um das Leitthema eLearning. Mit einer Zustimmung von 100% war das BarCamp-Forum ein voller Erfolg.

Im BarCamp-Forum stehen die Teilnehmer und ihre persönlichen Diskussionsanregungen im Vordergrund. Das Konzept basiert vor allem auf den Rahmenbedingungen von Internetforen, in denen sich Experten auf Augenhöhe begegnen und der offene Austausch im Vordergrund steht. Das Expertenwissen lässt sich unter den Teilnehmern finden und diese Schwarmintelligenz soll genutzt werden.

Zwölf Themen wurden angeboten, die jeweils in einer 20 minütigen Session diskutiert werden konnten. Der Austausch verlief intensiv und wurde ausschließlich von den Bedarfen der Teilnehmer getrieben. Die Themenvielfalt reichte von allgemeinen Erfolgsfaktoren im eLearning, über die Einführung eines virtuellen Klassenraums, bis hin zu  Potentialen des Social-Learnings.

Moderator Karlheinz Pape beteiligte sich ebenfalls mit einem Themenvorschlag über den adäquaten Einsatz von Blogs und Microblogs als Lerninstrumente. Auch dieses Diskussionsthema fand großes Interesse bei den Teilnehmern und offenbarte Potentiale für diskursive und reflexive Schulungsformate.


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