Lernmanagementlösung von heute für morgen - ILIAS

Am Anfang waren keine Visionen, sondern die realen Wünsche nach sicheren, stabilen und flexiblen Lösungen für die zeitgemäße Aus- und Weiterbildung. Die Kombination von Präsenzseminaren und webbasiertem Lernen bildeten das Ziel.

Von Wünschen und volatilen Märkten

Im Hause Swiss-Life-Select wurde 2002 das Projekt „Onlinelernen“ mit einer umfassenden Marktanalyse gestartet. Von Beginn an wurde dabei das Für und Wider auch aus der vertrieblichen Sicht und damit der Sicht der Nutzer betrachtet. Ein Learning Management System (LMS) sollte dabei Kriterien erfüllen wie technische Integrationsmöglichkeiten in bestehende Systeme, Benutzerfreundlichkeit für Endnutzer aber auch Autoren, Organisations- und Koordinationstools, Erstellen und Bereitstellen von Lern- und Lehrmaterial.

Die starken Schwankungen des Marktes von Lernmanagementlösungen um die Jahrtausendwende erhöhten die Anforderungen an das Sichtungsverfahren. Zu diesem Zeitpunkt war dies eine junge Branche, aus welcher sich in den Folgejahren zwangsläufig Marktteilnehmer zurückziehen werden. Ausfälle der Produktivanwendung als Ganzem oder des Supports hätten aber gerade in den Anfangsjahren die Akzeptanz im Vertrieb geschwächt oder nicht erst entstehen lassen.

Mit einem klar definierten Budget und dem Druck, die EU-Vermittlerrichtlinie für hunderte Vertriebskollegen in kürzester Zeit umsetzen zu müssen, erfolgte in den Jahren 2005 bis 2009 die finale Umsetzung des Projektes. Seitens der hausinternen IT waren zu diesem Zeitpunkt keine Kompetenzen im Bereich des Eigenhosting und der Betreuung der notwendigen Installationen und Datenbanken vorhanden.

Die Wahl musste zwangsläufig auf einen externen Anbieter fallen, welcher das gesamte Spektrum abbilden kann. Mit Inside aus Aachen und Qualitus aus Köln haben wir genau diesen gefunden. Das Hosting und die Wartung waren anfangs vollständig durch diesen realisiert worden. Gleichzeitig wurde parallel im eigenen Unternehmen die notwendige Kompetenz aufgebaut, um im Jahre 2010 den Umzug der vollständigen Anwendung auf interne Server durchzuführen.

Konsequent wurde dann 2014 ein weiterer Schritt gegangen, indem das LMS „ILIAS“ und das Onlineprüfungstool in die virtuellen Server überführt wurden. ILIAS selbst ist wegen seiner umfangreichen Grundausstattung für mittlere und große Unternehmen, große Bildungseinrichtungen oder auch Schulverbunde geeignet.

Als Open Source-Software kann es von jedem in seiner Ursprungsform eingesetzt werden. Für individuelle Anpassungen an die eigenen Bedürfnisse wie Design oder Schnittstellen sind dann Programmierkosten einzuplanen. Swiss-Life-Select Deutschland GmbH und Horbach Wirtschaftsberatung GmbH verwenden das LMS wie auch die N.A.T.O. innerhalb des eigenen Intranets und damit in einem speziell abgesicherten Bereich. Mit dem Zuspruch der Nutzer – über 2.000 User in ILIAS und regelmäßig über 200 Teilnehmer in virtuellen Konferenzen – entwickelt sich das LMS zu einem Learning Content Management System (LCMS) weiter.

Was kann ILIAS

Abhängig von der angestrebten Nutzung kommen unterschiedliche, vollintegrierte Zusatztools zum Einsatz. Der eigentliche ILIAS Core bringt jedoch bereits eine ganze Reihe an nützlichen Lernsteuerungsmöglichkeiten mit sich. Mit diesen ist es für den Vertriebszweig Swiss-Life-Select Deutschland GmbH möglich, eine 6 mal jährlich beginnende Ausbildung, welche bei einer Dauer von ca. 6 Monaten zu mindestens 2 parallel laufenden Ausbildungszyklen führt, individuell betreuen und steuern zu können.

Über die Zuordnung von Teilnehmern zu entsprechenden Kursen (bAV-Spezialist, Versicherungsfachmann/-frau o.ä.) und die Binnendifferenzierung nach Gruppen ist diese Anforderung in ILIAS unabhängig von der genutzten Version recht einfach umzusetzen.

Persönlicher Schreibtisch - Inhalte und Lerngruppen einfach strukturieren und einander zuweisen.
Kalender im Einsatz – Übersicht behalten, Terminen Inhalte zuordnen und Vorbedingungen definieren.

Mittels der Rechtevergabe an die jeweiligen Kursadministratoren, -tutoren und -mitglieder werden die Befugnisse innerhalb des Kurses steuerbar.

Während der Administrator über sämtliche Erstellungs-, Änderungs- und Löschrechte von Kursinhalten verfügt, wird ein Kursmitglied eher seltener mit diesen Bearbeitungsmöglichkeiten versehen. Der LMS-Betreiber erstellt die Lerninhalte mit dem vollintegrierten ILIAS-Editor selbst oder bindet von externen Dienstleistern zugelieferte Inhalte schnell und einfach ein. Hierfür stehen die gängigen Formate SCORM 1.2, SCORM 2004 oder HTML zur Verfügung – Formate, die sich aktuell in Weiterentwicklung befinden.

Aber achten Sie hier insbesondere darauf, dass eine Übergabe der Lernstandsdaten (Tracking) aus dem zugelieferten Lerninhalt an das LMS möglich ist, da sonst eine individuelle, lernstandsspezifische Steuerung der Inhalte nicht möglich ist. Außerdem erschwert das Fehlen ein umfassendes Lerncontrolling. Sie möchten doch sicher auch wissen, welche konkreten Ergebnisse durch welches Tool erzielt werden? Klar sind nur so die Fragen nach der Kostenführerschaft und der damit verbundenen Effizienzvergleich zwischen Präsenz- und Onlineseminaren, zwischen Präsenz- und Onlinemeetings der Vertriebe möglich. Eine vollständige Ablösung von Präsenzveranstaltungen wird jedoch kaum möglich sein und war auch nie angestrebt. Dies ist bereits durch mehrere Studien (Vgl. Haug, Simon und Wedekind, Joachim: „Adresse nicht gefunden“ - Auf den digitalen Spuren der E-Teaching-Förderprojekte. In: Dittler, Ullrich u.a. (HRSG): E-Learning: Eine Zwischenbilanz, Münster 2009, S. 19-37.) belegt.

Was w(s)ollen Sie können

Jedes LCMS ist immer nur so gut wie seine Anwender. Dies betrifft sowohl die Autoren- als auch die Userseite. Daher wird eine Implementierung eines virtuellen Lehr- und Lernangebotes funktionieren, wenn das Unternehmen oder die Institution nicht jedem neuen Trend sofort folgt. Etablieren Sie erst einmal das Aufgebaute und befähigen Sie die Lehrenden und Lernenden zum zielgerichteten Einsatz. Aus der stabilen Position heraus werden Trends, deren Anwendbarkeit und Nutzen für die Endkundenvertriebe analysiert. So wird der zunehmende Einsatz mobiler Endgeräte die Loslösung des Lernens von Räumen und festen Zeiten zusätzlich beschleunigen.

Die Anforderungen an entsprechende pädagogische Konzepte und die umsetzenden Tutoren werden noch spezifischer, aber gleichzeitig umfassender. Umso mehr ist eine Konstanz im LCMS notwendig. Änderungen sind am besten umsetzbar, wenn die eindeutigen Vorteile in leicht verständlicher Weise kommuniziert werden. So legten wir bei der Einführung der ILIAS-Kalenderfunktion im Swiss-Life-Select-Vertrieb das Augenmerk in der Kommunikation auf die Fakten, dass Aufgaben und Onlinetests mit Terminen des Kalenders verknüpft werden können und die dadurch im Kalender angezeigten Termine als iCal-Format in gängige Kalender exportiert und dort aktualisiert werden können.

Nach kurzer Zeit etablierte sich die Ansicht: Was nicht im ILIAS-Kalender steht, findet nicht statt. Diese Argumentationsweise wird auch in Bezug auf ein im Frühjahr 2015 durchgeführtes Update auf die Version ILIAS 5.0 (4.5) angewendet. Danke bereits jetzt an Qualitus und meine Kollegen! Denn der wichtigste Best-Practice-Tipp: Suchen Sie sich Unterstützung.

DER AUTOR

Tino Offergeld

Nach einem Lehramtsstudium und einer Ausbildung in der Versicherungswirtschaft übernahm der 1973 geborene Autor 2012 eine Position in der Aus- und Weiterbildung. Als Fachtrainer für die Ausbildung von Versicherungs- und Finanzanlagenfachmann/-frau unterstützt er außerdem die Handelskammer Hamburg in der letztgenannten Sparte als Prüfer. Für Swiss Life Deutschland Vertriebsservice GmbH verantwortet er die Aktualisierung, Weiterentwicklung und Professionalisierung der virtuellen Angebote sowie die Integration in bestehende Systeme des Personalmanagements. Er sieht sich als konservativen Edupunk - selbstbestimmtes Bilden und Weiterbilden abseits der Wege unter Einhaltung grundlegender Normen.

KONTAKT

Swiss Life Deutschland Vertriebs GmbH

Ansprechpartner:
Tino Offergeld
Trainer und E-Learning-Verantwortlicher

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tino.offergeld(at)swisslife.de
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