MOOCS bei der Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) GmbH

Weniger ist manchmal mehr

Kategorie:
MOOC

Siegerprojekt:
MOOCs in der Internationalen Entwicklungszusammenarbeit

Sieger:
time4you GmbH
Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit GmbH

 

Bildung ist ein grundlegendes Gut in unserer Gesellschaft. Massive Open Online Courses machen dieses Gut für jeden erreichbar. Denn MOOCs stellen als innovatives Bildungsformat Wissensinhalte kostenlos, orts- und zeitunabhängig für jedermann zur Verfügung. Dabei sind die Kurse vor allem aus dem universitären Kontext bekannt und begeistern nun schon seit einigen Jahren Studierende weltweit.

MOOCs im Rahmen des Corporate Learning stecken im Gegensatz dazu noch in den Kinderschuhen. Umso spannender, wenn das innovative Bildungsformat mit der Thematik der Internationalen Entwicklungsarbeit verknüpft wird. Mit dem Projekt Global Campus 21 hat die Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) das realisiert.

Die eigenständig durchgeführten MOOCs leisten einen wichtigen Beitrag zur internationalen Zusammenarbeit und zu den Sustainable Development Goals der UN. Mit den Kursen hat die GIZ eine konnektive Lernumgebung für ihre Mitarbeiter geschaffen. Die Teilnehmenden können dadurch die Zusammenarbeit und ihre Netzwerke in den verschiedenen Bereichen der Entwicklungszusammenarbeit stärken und nachhaltig ausbauen.

Projektbedarf

Ziel des Projekts war eine Plattform, die die Einrichtung neuer MOOCs anhand von vorkonfigurierten Einstellungen einfach und effektiv per Knopfdruck macht. Gleichzeitig sollten Individuelle Anpassungen weiterhin möglich sein.

Mit der Plattform produzierte MOOCs sollten sich durch eine hohe Akzeptanz dank einer intuitiven Bedienbarkeit und durch eine hohe Interaktion und Kollaboration der Teilnehmer auszeichnen. Darüber hinaus sollten die MOOCs den Teilnehmern mit internationaler und interdisziplinärer Ausprägung gerecht werden. Angestrebt waren Teilnehmerzahlen, die über einem herkömmlichen Online-Kurs aber unter einem gängigen xMOOC liegen.

Projektverlauf

Ein Team von Facilitators (dt. Vermittler, Moderatoren), Autoren, Organisatoren, Alumni der Programme und Entwicklern entwarf die MOOCs. In einem Prototyp wurde gemeinsam eine erste MOOC-Umgebung eingerichtet. Diese MOOC-Umgebung war bereits Vorlage für weitere MOOCs, sodass sich die MOOC- Plattform direkt aus den Anforderungen der MOOC-Betreiber entwickelte. Innerhalb des MOOCs haben die Teilnehmer Gelegenheit, Feedback zum Ablauf und der technischen Umgebung abzugeben und gegebenenfalls Support anzufordern. Das Feedback der Teilnehmer und der Tutoren aus den abgeschlossenen MOOCs fließt kontinuierlich in die iterative Verbesserung der Vorlage mit ein.

Angekündigt wurden die MOOCs über verschiedene Kanäle, darunter fachliche Netzwerke, Alumni-Netzwerke, Alumni-Koordinatoren, Teilnahme und Auslage von Flyern bei Messen und Konferenzen, besonders effektiv aber über Email- und Newsletter-Kommunikation.

Mit einer eigens dafür entwickelten Plattform kann das GIZ mit geringem Aufwand vollwertige MOOCs erstellen. Die ersten erfolgreichen MOOC-Projekte zeigten bereits, dass sich diese Methode für das Aufgabenspektrum der GIZ gut eignet.

Verleihung eLearning AWARD 2016 (25/30) - Kategorie MOOC

 
v.l. Christian Mattenklott (time4you GmbH), Frank Siepmann (eLearning Journal), Santiago Amaya (Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit - GIZ)

Projektergebnis

Die MOOC-Plattform basiert auf der IBT® SERVER-Software der Firma time4you GmbH. Unterschiedliche Community- und Kollaborationswerkzeuge sind in einer einheitlichen Lernumgebung integriert und können in den erstellten MOOCs eingesetzt werden. Teilnehmer bilden selbstständig Gruppen und nutzen darin Werkzeuge für alle denkbaren Kommunikationskanäle (Text, Live-Audio, Live-Video, Online-Zusammenarbeit an Dokumenten, synchron, asynchron, etc.). In Zusammenarbeit mit der Firma Konnektiv in Berlin wurden alle Tools in einer vorkonfigurierten „MOOC-Vorlage“ integriert, aus der per Kopfdruck neue Instanzen, also neue MOOCs, einfach und schnell erzeugt werden können. Die so erstellten MOOCs lassen sich bei Bedarf im Projektkontext individuell anpassen. Sie können sofort produktiv genutzt werden - wie für MOOCs üblich, mit offener Selbstregistrierung und im internationalen Kontext natürlich in mehreren Sprachen. Anhand der Erfahrungen aus den bereits veranstalteten MOOCs wird die Plattform stetig iterativ weiterentwickelt. Zum Einsatz kam die MOOC-Plattform mit dem MOOC „Leadership for Global Responsibility“. Der 7-wöchige offene Kurs lud vom März bis zum Mai 2015 dem Wandel gegenüber aufgeschlossene Menschen aus aller Welt ein, sich auf eine Leadership-Reise zu begeben. Jeder Lernende brachte eigene Herausforderungen und Geschichten ein. Die Teilnehmenden lernten so gegenseitig voneinander und arbeiteten gemeinsam an kreativen Lösungen. Im Rahmen spezieller Leadership Journeys stärken Führungskräfte und Change Agents aus Verwaltung, Wirtschaft und Zivilgesellschaft ihre Führungskompetenzen und ihre Fachlichkeit hinsichtlich der Herausforderungen des globalen Klimawandels sowie weiterer Nachhaltigkeitsfragen. In Praxisprojekten entwickeln sie innovative Lösungen und implementieren diese in ihrem Arbeitskontext.

Durch die Ergebnisse des MOOCs sieht die GIZ ihren Ansatz bestätigt: „MOOCs sind in den letzten Jahren als innovatives Instrument bekannt geworden, Wissen einer enormen Anzahl von Menschen weltweit näher zu bringen. Dennoch sollte im Kontext der Internationalen Entwicklung nicht allein auf große Zahlen geschaut werden. Viel wichtiger ist die Frage, ob es nicht zweckdienlicher ist, weniger große MOOCs aufzuziehen, die sich dann aber spezifisch an Praktiker wenden und auf die Verknüpfung von Theorie und Praxis abzielen. Die von der GIZ durchgeführten MOOCs haben in der Praxis gezeigt, dass sie ein gutes Werkzeug sind, um Führungsqualitäten zu stärken, kulturelle Vielfalt in Wert zu setzen und die Zusammenarbeit und Netzwerke in verschiedenen Bereichen der Internationalen Entwicklungszusammenarbeit auszubauen“, so Santiago Amaya und Tobias Gerhartsreiter von der GIZ.

Fazit

Nach dem anfänglichen großen Hype zeigten sich beim Thema MOOC Probleme im praktischen Einsatz, insbesondere aufgrund der hohen Abbruchsraten von oftmals über 90%. Das Projekt „MOOCs in der Internationalen Entwicklungszusammenarbeit“ zeigt hingegen, wie MOOCs ohne großen Aufwand erstellt werden können und gleichzeitig, wie mit einem passgenauen Konzept und kleineren Teilnehmerzahlen das Format greifbare Ergebnisse liefert. Aus diesem Grund verleiht die Jury des eLearning Journals den beiden Projektpartnern Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) GmbH und der time4you GmbH den eLearning AWARD 2016 in der Kategorie „MOOC“.

 

Vorgaben & Besonderheiten

Vorgaben:
Mit dem Projekt sollte eine Plattform zur einfachen Erstellung von MOOCs anhand von vorkonfigurierten Parametern produziert werden. Basierend auf dieser Plattform sollten anschließend MOOCs für die ELD Initiative der Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) GmbH erstellt werden.

Besonderheiten:

Die MOOC-Plattform verbindet integrierte Lernplattform Tools mit verschiedenen „Best of Breed“-Tools zu einer einheitlichen MOOC-Lernumgebung, die per Knopfdruck instanziiert und eingesetzt werden kann, ohne dass sie den einzelnen Projekten die Möglichkeiten individueller Anpassung und Gestaltung nimmt.

Projektpartner

time4you GmbH

Dr. Hartwig Holzapfel
Director Professional Services

time4you GmbH
Maximilianstr. 4
D-76133 Karlsruhe

holzapfel@time4you.de
www.time4you.de

GIZ GmbH

Dr. Günter Podlacha
Leiter Kompetenzcenter Methodik
und Didaktik der Weiterbildung

GIZ GmbH
Friedrich-Ebert-Allee 36 + 40
D-53113 Bonn

guenter.podlacha@giz.de
www.giz.de

 

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Projektpartner-Börse