Starker Praxisbezug und direkte Transfermöglichkeit

Online Tutoring im Schul-, Hochschul-, und Unternehmenskontext

Kategorie:
Ausbildung

Siegerprojekt:
OTA – Online Tutoring Ausbildung

Sieger:
common sense
Donau Universität Krems
Virtuelle Pädagogische Hochschule, PH Burgenland

Betreutes Online-Lernen ist heute keine Seltenheit mehr. Online-Tutoren begleiten Lernende durch virtuelle Lernprozesse. Sie tun dies z.B. in schulischen, universitären oder betrieblichen Kontexten, und immer unter besonderen didaktischen und medialen Bedingungen. Von der Qualität dieser Begleitungs- und Moderationstätigkeit hängt der Erfolg von eLearning-Angeboten maßgeblich ab.  

Um diese Qualität und die dafür erforderlichen Qualifikationen sicherzustellen, haben common sense, die Virtuelle Pädagogische Hochschule und die Donau-Universität Krems gemeinsam die „Online Tutoring Ausbildung“ (OTA) konzipiert. Diese Ausbildung bereitet angehende Online Tutoren theoretisch und praktisch auf ihre Tätigkeit vor. Gleichzeitig werden mess- und zertifizierbare Qualitätsstandards in der Online Moderation verankert.

Lernbedarfe

Zur Sicherung von Betreuungsqualität und Nachhaltigkeit von Online-Angeboten sollte ein Kursangebot entwickelt werden, das zukünftigen Tutoren das Rüstzeug für eigenverantwortliche Betreuung von Lernangeboten vermittelt. Der Kurs sollte einerseits die mediendidaktischen und lernpsychologischen Grundlagen, andererseits praktische Betreuungserfahrung und technische Kompetenz in der Verwendung typischer Tutorenwerkzeuge vermitteln. Es sollte so ein anerkanntes Zertifikat geschaffen werden, das - möglichst standardisiert - die Fähigkeiten und das Wissen von Tutoren dokumentiert. Hierzu wurde ein Kompetenzprofil mit Lernzielen definiert. Tutoren, die die OTA durchlaufen haben, sollen eLearning-Formate und ihre wichtigsten Eigenschaften kennen, die Rollen und Aufgaben von Online Tutorierenden benennen und Online-Kommunikationstools anwenden können, konstruktives Feedback geben und motivationsfördernde und gruppendynamische Maßnahmen initiieren und auch steuern können. Außerdem sollen sie die Qualitätskriterien für Online-Umgebungen und Online-Moderation kennen sowie in der Lage sein, synchrone und asynchrone Online-Kommunikationsszenarien zu moderieren.

Hintergrund des Projekts ist der zunehmende Bedarf an zertifizierten und ausgebildeten Online-Tutoren in den Bereichen der Train the Trainer-Ausbildung, der universitären Ausbildung und der beruflichen Aus- und Weiterbildung. Zielgruppen des Projektes sind künftige Online-Betreuer,  die für konkrete eLearning-Projekte ausgebildet werden, eLearning-Beauftragte oder Projektverantwortliche in Unternehmen und Organisationen, Lehrende und Studierende an Bildungseinrichtungen wie Pädagogische Hochschulen, Fachhochschulen und Universitäten, Lehrende in privaten und öffentlichen Fortbildungseinrichtungen sowie Tutoren und Trainer mit eLearning-Erfahrung oder Interesse.

Während der Bearbeitung des WBTs werden die Teilnehmenden von einem erfahrenen Trainer intensiv betreut.
v.l. Dr. Erwin Bratengeyer (Donau Universität Krems), Mag. Angela Kohl (common sense eLearning & training consultants GmbH), Frank Siepmann (eLearning Journal), Mag. Stefan Schmid (Virtuelle Pädagogische Hochschule - PH Burgenland)

Projektverlauf

Die Online Tutoring Ausbildung wurde in Entwicklungspartnerschaft dreier Institutionen (eine akademische Einrichtung, eine Einrichtung der Lehrerbildung und ein eLearning-Unternehmen) in einem iterativen Prozess entwickelt. Pilotierungen wurden an allen drei Organisationen durchgeführt, um Feedback möglichst aller anzusprechenden Zielgruppen berücksichtigen zu können. So entstand ein gemeinsames Produkt mit individuellen Gestaltungsmöglichkeiten, u.a. um Praxisbezug zum beruflichen Umfeld der jeweiligen Zielgruppe herzustellen. In einem großen Rollout wurde die OTA in allen drei Organisationen annähernd zeitgleich angeboten und durchgeführt. Synergien beim Marketing und bei der Planung der Praktika konnten erfolgreich genutzt werden. Regelmäßige Evaluationen sowie Überarbeitungen der OTA sind vorgesehen und sollen arbeitsteilig von den Stakeholdern durchgeführt werden.

Projektergebnis

Nach Beendigung der OTA-Onlinephase legen die zukünftigen Tutoren einen Onlinetest ab, der auf den Inhalten des WBTs basiert. Der positive Abschluss des Tests sowie das Absolvieren der praktischen, kooperativen Übungen aus der Online-Phase sind grundlegende Bedingungen für das folgende Praktikum. Im Rahmen des Praktikums moderieren die Tutoren dann ein Online-Lernangebot aus ihrem beruflichen Umfeld bzw. ihrer entsendenden Organisation. Dabei werden sie intensiv von „Meta-Tutoren“ begleitet und gecoacht. Der direkte Transfer des Gelernten sowie die Nachhaltigkeit der Ausbildung sind dadurch gesichert. Die OTA – Online Tutoring Ausbildung unterscheidet sich von anderen Tutoring-Ausbildungen durch ihr „Drei-Säulen-PLUS-Modell“. Dazu zählen ein vierwöchiger Online-Kurs, ein Onlinetest und die Praktikumsphase, welche auch das Alleinstellungsmerkmal der Ausbildung ist. Zudem können von der jeweiligen veranstaltenden Organisation adaptive Präsenzphasen ergänzt werden - daher PLUS. In der Praktikumsphase können die zu zertifizierenden Online-Tutoren das neu erworbene Wissen praktisch anwenden und ihre Tätigkeiten in einem ePortfolio reflektierend nachweisen. Dabei werden sie von erfahrenen „Meta-Tutoren“ betreut und gecoacht. Dadurch ist nicht nur eine theoretische Fundierung, sondern auch der direkte Transfer in die Praxis gegeben.

Fazit

Die Online Tutoring Ausbildung leistet einen großen Beitrag zur Sicherstellung von Qualität im Online Tutoring. Teilnehmende erwerben durch die Ausbildung sowohl einen theoretischen Background als auch praktische Erfahrungen in der Online-Moderation. Dadurch unterscheidet sich die OTA von anderen Tutoring-Ausbildungen, in denen nur theoretisches Wissen vermittelt wird. Durch das „Learning by doing“ wird in der OTA der Transfer des erworbenen Wissens in die Praxis sichergestellt, jedoch ohne die Teilnehmenden ins kalte Wasser zu stoßen. Durch die kontinuierliche Begleitung durch Meta-Tutoren findet das Erproben der Tutoring-Techniken und Methoden zwar in der Praxis, aber in einem sicheren Rahmen statt. Aus diesem Grund zeichnet die Jury des eLearning Journals die Projektpartner common sense - eLearning & training consultants GmbH, die Donau Universität Krems und die Virtuelle Pädagogische Hochschule mit dem eLearning AWARD 2017 in der Kategorie „Ausbildung“ aus.

Autorin: Steffi Fritz

 

Vorgaben & Besonderheiten

Vorgaben:
Nach Beendigung der OTA-Onlinephase legen die zukünftigen Tutoren einen Onlinetest ab, der auf den Inhalten des WBTs basiert. Der positive Abschluss des Tests sowie das Absolvieren der praktischen Übungen aus der Onlinephase sind grundlegende Bedingungen für das folgende Praktikum.

Besonderheiten:

Im Rahmen des Praktikums moderieren die Tutoren ein Online-Lernangebot aus ihrem beruflichen Umfeld bzw. ihrer entsendenden Organisation. Dabei werden sie intensiv von „Meta-Tutoren“ begleitet und gecoacht.

Projektpartner

common sense

Mag. Angela Kohl
Projektleiterin / Senior Consultant

common sense - eLearning & training consultants GmbH
Sommergasse 4/4-5
A-1190 Wien

a.kohl@common-sense.at
www.common-sense.at

Donau Universität Krems

Gerhard Schwed, MAS
e-Learning Koordinator

Donau Universität Krems
eLearning Center
Dr.-Karl-Dorrek-Str. 30
A-3500 Krems

gerhard.schwed@donau-uni.ac.at
www.donau-uni.ac.at

Virtuelle Pädagogische Hochschule

Mag. (FH) Stefan Schmid, BEd
Koordinator

Virtuelle Pädagogische Hochschule
PH Burgenland
Thomas Alva Edison-Str. 1
A-7000 Eisenstadt

stefan.schmid@virtuelle-ph.at
www.virtuelle-ph.at

 

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Projektpartner-Börse