Agile Learning

Globale HR-Studie von Lumesse deckt Defizite auf

Die neue Studie „Agile Learning“ des Talent-Management-Spezialisten Lumesse kam zu der drastischen Erkenntnis, dass mehr als ein Drittel aller HR-Entscheider die Weiterbildungsmaßnahmen im eigenen Haus nicht für ausreichend halten. Sie glauben daher auch nicht daran, ihre Kollegen mit internen Maßnahmen wirklich fit für die Zukunft zu machen. Auf Seiten der Mitarbeiter wiederum zeigte die Befragung große Unsicherheiten bezüglich der Beschäftigungssicherheit. Im Rahmen der Studie wurden 769 HR-Entscheider weltweit befragt, darunter 130 aus Deutschland. 

Mit dem neuen Release CourseBuilder 6M macht der Talent-Management Software-Anbieter Lumesse das Cloud-basierte Autorensystem für flexibles und individuelles Lernen reif für die Zeit mobiler Endgeräte. Das neue Release erlaubt Unternehmen, selbst erstellte Lerninhalte per Knopfdruck auch auf mobilen Endgeräten nutzbar zu machen. Damit steht agilen Lerngruppen - jederzeit, überall und auf Abruf - nichts mehr im Weg. Im Rahmen der eLearning Leitmesse LEARNTEC 2013 führte Frank Siepmann, Chefredakteur vom eLearning Journal, folgendes Interview mit Dr. Sven Elbert, Leiter Vertrieb Deutschland bei Lumesse.

Frank Siepmann: Herr Elbert, Ihr Unternehmen ist zum zweiten Mal an der LEARNTEC beteiligt. Wofür steht Lumesse?

Dr. Sven Elbert: Lumesse steht für Talent-Management und Learning-Management. Wir bieten Software-Lösungen und Lerninhalte für Unternehmen und Hochschulen an und vertreiben sie europaweit und international, aber auch auf dem amerikanisch-asiatischen Markt. Unser Hauptsitz ist in England. Von Deutschland aus betreuen wir die zentralen osteuropäischen Märkte, wobei Düsseldorf unser Hauptstandort mit einem sehr großen Kompetenzteam ist.

Frank Siepmann: Die Branche ist von durchaus sehr kleinen Unternehmen durchsetzt, Sie aber haben um die 120 Mitarbeiter…

Dr. Sven Elbert: In Düsseldorf gibt es 120 Mitarbeiter, weltweit etwa 700.

Frank Siepmann: Sie sprechen überwiegend von „Agilem Learning“. Was verstehen Sie darunter?

Dr. Sven Elbert: Agiles Lernen beschreibt die Veränderungsgeschwindigkeit, die in den Unternehmen zunimmt, was durch einen schnelleren Lösungsansatz unterstützt werden muss. Unternehmen sind in dieser Hinsicht meist träge. Wir haben im letzten Jahr eine Studie durchgeführt, die ziemlich erschütternde Ergebnisse für den HR-Bereich gezeigt hat. Das war eine sehr große Überraschung, die bei uns zu der Erkenntnis geführt hat, dass wir Software-Lösungen für eine schnellere Unterstützung bei organisatorischen Veränderungen anbieten müssen.

Frank Siepmann: Was genau hat Ihre Studie erbracht?

Dr. Sven Elbert: 75 % der Personalmanager antworteten, dass sie mit den organisatorischen Veränderungen nicht mithalten können. In einem Land wird ein neues Werk gebaut und in Deutschland und anderen Ländern werden Kapazitäten abgebaut. Das sind Themen, bei denen Personalabteilungen in den einzelnen Ländern entsprechend agieren müssen, um ihren Mitarbeitern spezielle Lösungsansätze anzubieten. Neue Produkteinführungen zu unterstützen, ein neues Werk aufzubauen – da braucht es ganz spezielle Kompetenz vor Ort, und die muss transferiert werden. Unsere Kunden profitieren dann von unserem Lösungsportfolio.

Frank Siepmann:
Die Studie zeigte also den besonderen Bedarf schneller Lösungen. Die Digitalisierung unserer Lebens- und Lernwelten schreitet weitaus schneller voran als vermutet. Kürzlich las ich in einem Buch über „Enterprise 2.0“, dass im Jahr 1939 ein Unternehmen durchschnittlicher Größe in Deutschland 76 Jahre alt wurde. Im letzten Jahr betrug die Lebensdauer durchschnittlich nur noch 25 Jahre. Welchen Stellenwert nimmt der Lerner in der Zukunft ein?

Dr. Sven Elbert: Der Lernende wird genauso in den Prozess involviert. Als Digital Natives erwarten die Lernenden heute, Inhalte selbst mit produzieren zu können. Zum Beispiel mit einem I-Phone ein kleines Video zu drehen und es per Netzwerk mit seinem Unternehmen zu teilen, also zielgruppengerecht Beiträge zu liefern und zur Diskussion zu stellen. Meiner Meinung nach werden wir dort ebenso eine deutlich stärkere Einbindung haben. „Zielgruppengerecht“ heißt natürlich auch, alle Zielgruppen im Unternehmen „abzuholen“, also nicht nur die Digital Natives, die vielleicht drei verschiedene mobile Endgeräte haben, sondern auch die anderen Mitarbeiter, die dabei nicht auf der Strecke bleiben dürfen. Hier ist ein Blended Learning-Ansatz nach wie vor erforderlich. Wir sehen die Notwendigkeit, mobile Lerninhalte liefern zu können. Dazu haben wir ein neues Produkt auf den Markt gebracht, das den Unternehmen erlaubt, Lerninhalte auf mobilen Endgeräten zur Verfügung zu stellen. Hierbei können andere Lernende partizipieren und sich in der Community weitere Wissenshäppchen zusammenstellen, das können z.B. kleine Videos in sehr flexibler, konfigurierbarer Umgebung sein. Die Cloud, wie es heute genannt wird, ist ein durch uns betriebenes Modell.

Frank Siepmann: Welchen Eindruck haben Sie zur Marktentwicklung?

Dr. Sven Elbert:
Der Gegenwert besteht unbedingt aus einer höheren Mitarbeiterbindung. Diese Zielgruppe erwartet geradezu teilzunehmen. Vielleicht haben sie sogar privat einen Blog, der mit Inhalten gefüllt wird, sie sind in privaten Netzwerken unterwegs, sind auf Facebook und Google Plus aktiv. Das ist schlichtweg die neue Erwartungshaltung an ein Unternehmen: Teilnahme – diese Möglichkeit wird heutzutage von jungen Menschen einfach gefordert. Was wir sehr deutlich bei unseren Kunden sehen.

Frank Siepmann:
Speziell in Deutschland haben wir die Entwicklung, dass der Arbeitsmarkt immer stärker zu einem Verkäufer- und Käufermarkt wird. Was heißt, dass stärker um die Mitarbeiter geworben werden muss. Haben Sie den Eindruck, dass diese Tatsache in den Unternehmen auf dem Feld Weiterbildung gut erkannt wird und Unternehmen mehr „Employer Branding“ betreiben?

Dr. Sven Elbert: Employer Branding ist auf jeden Fall ein sehr wichtiges Thema. Wir bieten dazu eine Software-Lösung, die im Bereich Onboarding den ganzen Prozess von der Bewerbung bis zur Einstellung des neuen Mitarbeiters mit Lerninhalten abdeckt. Darin bekomme ich für mein spezielles Aufgabengebiet Lerninhalte zur Verfügung gestellt, die ich bereits in den ersten drei Monaten der Probezeit beim Arbeitgeber abrufen kann. Ich kann sofort mit meiner Community und meinen Mitarbeitern in Kontakt treten und interagieren. Das ist eine sehr spannende Entwicklung. Die Tools öffnen sich und binden z.B. auch soziale Netzwerke wie Twitter etc. mit ein. Wir freuen uns, alles mit entsprechenden Software-Lösungen am Markt abdecken zu können.

 

Frank Siepmann: Als eLearning Journal ist uns bekannt, dass in den meisten Branchen und großen Unternehmen ständig Arbeitsgruppen unterwegs sind, um die allgemeine Entwicklungen und neue Bedarfe bei Lernmanagement-Systemen herauszufinden. Gerade wenn wir an lernerorientierte Angebote denken. Was sind die Features, die ein Unternehmen für ein Lernmanagement unbedingt an Bord haben sollte?

Dr. Sven Elbert:
Auf jeden Fall eine Personalisierbarkeit. Die Mitarbeiter sind es heute gewohnt, das Ganze in ihrer Thematik einzubinden und mit Inhalten zu kombinieren, die sie vielleicht aus Google oder allgemein dem Internet aus Communities dazu holen. Das Ganze unter einem einzigen Portal zusammenzufassen, ist ein ganz wichtiger Ansatz, um den Mitarbeitern diese entsprechenden Angebote bieten zu können, um sie dann auch dort abzuholen, wo sie stehen. Darüber hinaus können unternehmensspezifische Inhalte präsentiert und mit Spaß erlebbar gemacht werden. Spaß ist dabei ein ganz wichtiger Faktor, dass die Mitarbeiter Freude daran haben, im Portal zu navigieren und zu lernen.

Frank Siepmann:
Sie sind das zweite Mal als Aussteller bei der LEARNTEC vertreten und unterhalten einen großen Stand. Was charakterisiert für Sie den Fachbesucher der LEARNTEC? Ist das jemand, der als erfahrener User schon alles genau weiß oder sind hier wirklich alle Branchen vertreten, die sich über die Neuerungen zum Thema eLearning informieren?

Dr. Sven Elbert:
Das Publikum ist mit Vertretern von Unternehmen bis Hochschulen und Schulen sehr breit gefächert, was uns in die Lage versetzt, mit diesen Zielgruppen direkt in Kontakt zu treten. Wir kommen immer gerne nach Karlsruhe.

Frank Siepmann:
Vielen Dank für das Gespräch.

Profil

Dr. Sven Elbert
Leiter Vertrieb Deutschland
Lumesse GmbH

Dr. Sven Elbert ist ausgewiesener Experte für alle Aspekte des Talent Management in Unternehmen und ist seit 2001 bei der Lumesse GmbH in verschiedener Rollen tätig. Er unterstützte zahlreiche DAX-Unternehmen und Mittelständler bei der Implementierung ihrer Recruiting, Talent Management und Learning Strategie.

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