Blick in den Werkzeugkoffer der Personalentwicklung

Dritte Ausgabe der Fachmesse Professional Learning Austria mit geballter Weiterbildungsexpertise

Donnerstag, 3.11.2011

Wenn sich die österreichische HR-Branche für zwei Tage auf der Personal Austria in Wien versammelt, kommen Weiterbildungs- und Personalentwicklungsverantwortliche aus Unternehmen und Organisationen gleich mehrfach auf ihre Kosten: Auf der Parallelmesse Professional Learning informierten am 19. und 20. Oktober sowohl erfahrene Praktiker als auch Anbieter aus den Bereichen Weiterbildung, Training, E-Learning und Wissensmanagement über Erfolgsfaktoren und Zukunftstrends in der Qualifizierung von Mitarbeitern.

Österreichische Betriebe mit Niederlassungen im Ausland stehen immer mehr vor der Herausforderung, ihr Personal standortübergreifend weiter zu qualifizieren und trotz verschiedener Mentalitäten und Bildungshintergründe zu funktionierenden Teams zu formen. „Lässt sich Bildung exportieren?“, fragte deswegen Dr. Michael Landertshammer im diesjährigen WIFI-Bildungsgespräch. Der Institutsleiter des WIFI Österreich kam mit seinen Gästen Dipl. Ing. Manfred Monsberger von Kika Leiner und Ing. Mag. Margit Wendelberger, Trainerin WIFI International und Geschäftsführerin Marcom, zu dem Fazit, dass Bildung durchaus ein Exportschlager sein könne, wenn sich die Unternehmen an bestimmte Regeln hielten.

Nicht nur durch die eigene Brille blicken

Beim Kontakt mit anderen Kulturen müsse man grundsätzlich mit Feingefühl vorgehen und Hintergründe wie Vorbildung und die bisherige Praxis vor Ort berücksichtigen, erklärte Wendelberger. „Die Basis für gemeinsames Arbeiten ist gegenseitige Wertschätzung. Es hat meist einen guten Grund, warum etwas andernorts so läuft wie es läuft“, pflichtete Monsberger bei. Trotz aller Unterschiede sollte es allgemein verbindliche Standards geben, forderte Landertshammer. Um die Kommunikation, den Bildungstransfer und die Zusammenarbeit zu verbessern,  sei es jedoch sehr wichtig, sich in die Gepflogenheiten fremder Länder flexibel einzufinden und Fremdsprachenkenntnisse zu besitzen, resümierte der Institutsleiter Österreich.

Die Lehren aus der Krise

Sowohl Nachhaltigkeit als auch Passgenauigkeit von Weiterbildungsmaßnahmen hätten an Bedeutung gewonnen, lautete die übereinstimmende Einschätzung von Dr. Valerie Höllinger, kaufmännische Geschäftsführerin des bfi Wien, und Dr. Peter Pendl, Geschäftsführer von Dr. Pendl & Dr. Piswanger. Die Unternehmen hätten aus der Krise gelernt, dass Bildung nachhaltiger sei als Geld, so Höllinger. Zudem hätten Unternehmen das Angebot der „Bildungskarenz plus“ sehr positiv angenommen, womit auch Politik und Wirtschaft ein Statement zur Nachhaltigkeit abgegeben hätten.

Etwa ein Viertel der Unternehmen habe sich während der Krise antizyklisch verhalten und sich um seine Talente gekümmert, bestätigte Pendl. „Die stehen jetzt gut da.“ Jetzt würden die Weichen für die Zukunft gestellt: Neben speziellen Angeboten für Führungskräfte bestehe aktuell große Nachfrage nach internen Schulungen in den Bereichen „Green Jobs“, soziales Management und Seminare für Ausbilder im Lehrlingsbereich, berichtete Geschäftsführerin Höllinger.

Führungskräftenachwuchs selbst heranziehen

Der Frage, ob Lehrlinge die Führungskräfte von morgen sein könnten, ging eine Podiumsdiskussion der Kleinen Zeitung nach, an der sich sowohl Personalisten als auch aktuelle und ehemalige Auszubildende beteiligten. Die Diskutanten setzten sich für Lehrberufe als alternativen Karriereweg zu Matura und Studium ein – auch für Personen, die das Potenzial für Führungsaufgaben und höhere Qualifizierungen hätten. Angesichts der demografischen Entwicklung plädierten die Personalverantwortlichen der Unternehmen Knill Holding GmbH, Gaulhofer Industrie-Holding und Mahle Filtersysteme Austria GmbH dafür, die Rolle und das Ansehen der Lehrlinge im Betrieb zu stärken und ehemalige Auszubildende neben Akademikern für Fachkarrieren und als Führungskräfte in Betracht zu ziehen.

„Wichtig ist, dass die jungen Menschen viel lernen und dass sie als Person wahrgenommen und wertgeschätzt werden. So können sie reifen, denn Führungskräfte müssen als Person gefestigt sein“, erklärte Nadine-Eliette Höfferer, HR Development Manager bei der Firma Knill Holding GmbH. Man dürfe zudem nicht vergessen, auch die Eltern der Schüler als Meinungsbildner anzusprechen und für einen Lehrlingsberuf zu begeistern, gab Höfferer dem Fachpublikum mit auf den Weg.

Praxisforen und Sonderflächen mit großem Zulauf

Welche große Rolle ganzheitliche Kompetenzen in ihrem Unternehmen spielen, erläuterte Mag. Veronika Rabl, Gruppenleiterin Personalentwicklung bei der REWE International AG, in ihrem Expert-Vortrag. So bestimme die individuelle Zusammensetzung von personalen, sozial-kommunikativen, Fach- und Methodenkompetenzen sowie Handlungskompetenzen über das Potenzial einer Person für eine bestimmte Position im Unternehmen.

Viele Anregungen erhielten die Fachbesucher auch auf den stets gut besuchten Sonderflächen. Besonders groß war das Interesse am MeetingPoint, an der Aktionsfläche Training sowie am VMMT-Expertenpool. Die Themen reichten von Fragen zum Führungskräfte-Coaching und zur Messbarkeit des Trainingserfolgs über Change Management und Weiterbildung entlang der Unternehmenswerte bis hin zu Mitarbeitermotivation und Neurodidaktik. Vorträge im Praxisforum sowie auf der Austrian eLearning Conference stimmten die Fachbesucher zudem auf neue Lernmöglichkeiten mithilfe von Internet, Smartphone und Co. ein. Die Verknüpfung von Messe und Kongress kam bei den Konferenzteilnehmern sehr gut an.

Im nächsten Jahr öffnet die Personal Austria mit ihren Parallelveranstaltungen am 7. und 8. November in der Messe Wien ihre Tore. Weitere Informationen sind im Internet unter www.professional-learning.at verfügbar.


SoftDeCC


Aktuelle Publikationen:
eLearning Journal - 2/2018
Kaufberater & Markt 2018/2019
>> Jetzt bestellen
eLJ2/2018
Jahrbuch eLearning &
Wissensmanagement 2018
>> Jetzt bestellen
eLJ4/2017
eLearning Journal - 4/2017
Trend Report 2017/2018
>> Jetzt bestellen
eLJ4/2017